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Montag, 27. August 2007

Türen ausbessern in Estland



Baldur berichtet von seinem Baucamp in Rummusaare:

Wir waren eine Gruppe aus sieben holländischen und deutschen Freiwilligen, die in einem Ferienheim für gehörlose Kinder in Estland arbeiteten. In der zweiten Woche bekamen wir Unterstützung von einer jungen Estin, die spontan eine Woche mithalf.

Das Heim mit dem schönen Namen Rummusaare liegt ziemlich genau in der Mitte von Estland, in der Nähe von..., naja ehrlich gesagt, ist da nicht allzuviel in der Nähe. Der nächste Nachbar ist über 1km entfernt und bis zu dem kleinen Laden, wo wir immer den ganzen Milchbestand aufkauften, muss man auch nur 12km durch den Wald fahren.


Eine niederländische Teilnehmerin streicht Türen auf der Veranda


Dafür gab‘s um so mehr Arbeit. Das Haus wurde während der Sowjetzeit gebaut und wird seit ein paar Jahren nach und nach renoviert. Fenster und Strom sind schon neu und dieses Jahr waren die Türen an der Reihe. Wir durften also die alte abblätternde Farbe abkratzen, Löcher ausbessern, abschleifen, wieder ausbessern, abschleifen, streichen, abschleifen, streichen, Beschläge richten und zu guter letzt die Türen wieder einbauen. Das Ganze 25mal, wobei man sich allerdings fühlt, als hätte man 100 Türen ausgebessert. Danach noch die entsprechenden 25 Türrahmen ausbessern und schon sind die zwei Wochen vorbei.

Zwei Wochen lang nur Türen streichen? Nicht ganz, wir durften auch die etwas abschüssige Fußballwiese neben dem Haus vergrößern. Was auf den ersten Metern noch nach einfachem Rasen mähen aussah, entpuppte sich nach und nach als dichtes Buschwerk, das erst einmal gerodet werden mußte.


Ein Artikel in einer estnischen Zeitung berichtet von den "Eurofreiwilligen"


Damit uns vor lauter Türen nicht langweilig wurde, haben wir eine Kanutour und mehrere Ausflüge zu den umliegenden Mooren und nach Tartu, der zweitgrößten Stadt Estlands unternommen. Aber am Besten hat uns allen aber die eigene Sauna gefallen. Anfangs waren wir ja noch etwas skeptisch bzgl. der Hitze, aber nach zwei Wochen hat jeder nur noch von „unserer Sauna“ geschwärmt.

Alles in allem zwei viel zu kurze Wochen mit einer Menge Arbeit, aber auch vielen schönen Momenten. Allerdings bleibt in dem Ferienheim noch eine Menge zu tun, damit die gehörlosen Kinder ihre Feriencamps noch mehr genießen können.

Dienstag, 21. August 2007

Rund um die rote Kirche

Melanie berichtet aus Viljandi, Estland:

Das Bauordencamp in Viljandi gestaltet sich rings um die Paulskirche, die rote Kirche. Ein Name, der als Abgrenzung hin zur anderen Kirche im Ort, der weißen Kirche, gegeben wurde und auch ganz dem Backsteinäußeren entspricht.

Viljandi ist ein 20.000 Einwohnerort im Süden von Estland. Dahin reisten zehn Bauordenteilnehmer aus den Niederlanden, aus Österreich, Deutschland und aus Estland. Gerade die Teilnahme der Esten bereicherte das Gruppenleben sehr und ermöglichte ein tieferes Eintauchen in die Kultur und Gewohnheiten des Gastlandes.


Gruppe samt Pastorin und Küster vor dem „Einsatzort“ (Paulskirche)


Die Unterbringung erfolgte in einem Gemeindehaus, gleich in der Nähe der Kirche. Die Kirchenmitarbeiter führten uns in unsere Arbeit ein, waren aber zugleich gute Freunde, die immer mit Rat und Hilfe zur Seite standen – oder uns neue Perspektiven eröffneten, indem sie uns auf den Kirchturm führten.


Bei der Arbeit

Die Arbeiten verliefen – wie schon angedeutet – rund um die Kirche, egal ob nun Wege gesäubert werden sollten, die alte Hecke weichen musste, Mauern neu gestaltet oder einfach Gras gesenst wurde. Ein Höhepunkt für Viljandi, und damit auch für unseren Aufenthalt, war das Folklorefestival. Da auch in der Paulskirche Konzerte stattfanden, konnten wir diese frei besuchen – und durch die nachherige Säuberung der Kirche Festival und Arbeit verbinden.

Kurz gefasst war es für alle Teilnehmer eine sehr intensive und schöne Zeit, in der jeder viel lernen konnte und die sicherlich keiner missen möchte.

Dienstag, 7. August 2007

Holzarbeiten am See

Im kleinen Örtchen Jäneda halfen Freiwillige des Bauordens zwei Wochen bei verschiedenen Arbeiten im Naturpark und bei den Vorbereitungen für die Bauernhof-Tage. Ein Zaun wurde in mehrtägiger Arbeit errichtet und die Fundamente für Bänke und Umkleidekabinen wurden gelegt. Außerdem wurden verschiedene Holzfiguren am Ufer des Kali-Sees lackiert. Der Legende nach begegnete ein estnischer Bauer hier zwei Wasser-Nixen und wurde von ihnen in den See gelockt. Die Figuren geben diese Legende eindrucksvoll wieder.



Die belgisch-deutsch-estnische Gruppe
rechts: Senta Malva, die gute Seele des Projekts



Lackierarbeiten mit Ausblick auf den See

Neben Ausflügen nach Pärnu und Tallinn genoss die Gruppe in ihrer Freizeit die schöne Natur und ließ sich auch vom teilweise schlechten Wetter nicht davon abhalten, im See schwimmen zu gehen.