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Mittwoch, 1. September 2010

Besuch in Höxter

Rieke, ehemalige Praktikantin beim Bauorden, berichtet über ihren Besuch beim Baucamp in Höxter:

Mein erster Besuch eines Baucamps in Deutschland ging am 18.8. ins koptische Kloster nach Höxter-Brenkhausen.

Mit dem Auto fuhren wir vom Rathaus Höxter über Felder nach Brenkhausen. Hier soll der Sitz des koptischen Bischofs in Deutschland sein?! Einmal quer durch den Ort Brenkhausen gefahren kamen wir zu einem Kloster. Fast unglaublich, aber wahr! Da steht ein großes Kloster!




"Wie lange bleibst du?"
"Nur bis 16 Uhr.
"Ach schade. Heute Abend backe ich einen Kuchen für alle Freiwilligen."

Die koptisch-deutsch-österreichisch-italienisch-ukrainische Gruppe freiwilliger Handwerker wuselt über die Baustelle. Die Wände sind lehmig und mit Stroh vom Bauern isoliert. Das ist so gedacht. Denn so wurde das traditionell gemacht. Seit drei Tagen werden auf diese Weise im Baucamp die Wände verputzt. Was kann man sonst noch aus Lehm machen? Lehm-Backsteine. Oder wie heisst das in Handwerkersprache?





Stephanie und Angelo bei der Arbeit

15h. Grosse Freude allerseits: es gibt Kaffee und Hörnchen. "You want sugar and milk with your coffee?" "Yes please!" Wie sich die Gruppe untereinander versteht? Ob auf deutsch, englisch oder durch Gestik... Wer sich gegenseitig den Zuckertopf hinhält während der andere in zwei Kaffeetassen Zucker und Milch füllt,…ich würde sagen: sehr gut. :-)

Nach wenigen Stunden geht es wieder zurück… aus der Idylle in die Grossstadt. Jetzt schon? Ja. Leider verpasse ich den Kuchen am Abend.


Stephanie verputzt die Wände mit Lehm.


Dima, Mohan und Angelo


Die katholische Kirche St. Baptiste

Freitag, 20. August 2010

Helfende Hände aus vier Ländern

Acht Frauen und Männer helfen bei der Restaurierung im koptischen Kloster
VON JULIA RENNER


Der Ukrainer Dima Pritulenko (l.) und der Italiener Angelo Marino Albonico kümmern sich gemeinsam um die Vorbereitung für das Verputzen der Wände. Gesprochen wird Englisch.
Zusammenarbeit über Sprachgrenzen hinweg | FOTO: JULIA RENNER



Höxter-Brenkhausen. Vor 17 Jahren sind die Kopten in das Kloster in Brenkhausen eingezogen und seitdem restaurieren sie den Nordflügel des historischen Gebäudes. Nun haben sie Unterstützung bekommen. Acht Frauen und Männer aus Deutschland, Italien, Österreich und der Ukraine packen mit an - und das freiwillig.

Staubig und karg wirkt die Langzeit-Baustelle im Nordflügel des Klosters. "Das alles ist eine sehr mühsame Tätigkeit und es dauert sehr lange", sagt Bischof Anba Damian. Der Flügel wird aufwändig restauriert. "Als wir kamen, sah hier alles aus wie eine Ruine", erinnert sich der Bischof. Deshalb haben die Kopten mit der Restaurierung angefangen.

Finanziert werden die Arbeiten hauptsächlich durch Spenden. Ausgeführt werden sie vor allem von koptischen Handwerkern, die ehrenamtlich anpacken. Seit gestern arbeiten nun acht weitere Helfer auf der Baustelle. Bis zum 28. August werden sie mithelfen, das Kloster in seinen ursprünglichen Zustand zu bringen.
Eine von ihnen ist Anna-Katharina Dederich. Die 25-Jährige aus Korschenbroich bei Mönchengladbach wird ab Oktober Bauingenieurwesen studieren und will sich durch die Arbeit im Kloster darauf vorbereiten. "Vor dem Studium muss ich ein Praktikum machen. Und die Arbeit im Kloster ist reizvoller, als in einer Baufirma."

Während sich Dederich auf ihr Berufsleben vorbereitet, ist Friederike George bereits aus ihrem Job ausgeschieden. Die 60-Jährige ist im Vorruhestand. "Aber ich bin keine, die gerne am Strand liegt", sagt die frühere Bibliothekarin aus Freising in Bayern. Sie wollte etwas sinnvolles tun. Jetzt verputzt sie im Kloster die Wände mit Lehm. Für die Rentnerin bedeutet das vor allem Spaß. Den haben auch Angelo Marino Albonico aus Italien und Dima Pritulenko aus der Ukraine. Beide waren schon bei vielen Baueinsätzen dabei, unter anderem in Afrika.

Organisiert wurde das Baucamp vom Bauorden Deutschland. Darüber ist auch Stephanie Mold nach Brenkhausen gekommen. Die Österreicherin hat schon in aller Welt freiwillig bei Bauvorhaben geholfen. "Aber ich dachte mir: Wieso soll ich weit weg fliegen, wenn ich auch im Nachbarland helfen kann?" Für die 29-jährige Studentin aus Linz ist das nicht nur eine gute Gelegenheit zu helfen, sondern auch um Land und Leute kennenzulernen. Für Bischof Anba Damian ist genau das auch der Sinn des Baucamps. "Alle wollen eine andere Kultur kennenlernen. Deshalb werden wir in den nächsten beiden Wochen zusammen arbeiten, essen und beten."

Geld bekommen die Freiwilligen nicht, dafür Kost und Logis im Kloster - und dazu viel Lob vom Bischof: "Was sie jetzt schon geschafft haben, ist wirklich ganz toll." In dem historischen Gemäuer haben sich die Helfer schnell eingelebt. "Ich komme selbst aus einer Kleinstadt, deshalb muss ich mich nicht umgewöhnen", sagt Anna-Katharina Dederich über Brenkhausen. "Und außerdem: Wir können hier im Schlamm wühlen - und was ist schöner?"

Neue Westfälische am 16.08.2010

Samstag, 10. Juli 2010

Baucamp in Höxter - Bischof Damian und das koptische Kloster

Am 04.07.2010 startete das zweiwöchige Baucamp in Höxter-Brenkhausen im ansässigen koptisch-orthodoxen Kloster. Es ist zudem eine Begegnungszentrum und ein Zentrum für Ökumene. Bischof Damian lebt dort seit vielen Jahren. Die Kopten sind eine christliche Minderheit aus Ägypten und haben dort häufig unter Repressionen zu leiden.




In Höxter wird das alte Klostergebäude seit 1994 restauriert. In diesemJahr sind Freiwillige des Bauordens vor Ort um dabei zu helfen. Derzeit wird der Ostflügel des Gebäudes restauriert. Stina und Susann waren am Dienstag zu Besuch vor Ort und wurden von den Teilnehmern und dem Bischof sehr herzlich empfangen.




Bei einem Mittagessen hatten wir die Möglichkeit mit dem Bischof über die Arbeiten und deren Fortschritt zu sprechen – er war sehr zufrieden und lobte die Gruppe der jungen Teilnehmer. Er findet es sehr wichtig, dass sich Menschen freiwillig engagieren und ist sich sicher, dass es auch in Zukunft noch viele Freiwillige geben wird.




Im Gespräch mit den Teilnehmern erfuhr Stina, dass sich die Teilnehmer, darunter auch sechs Drei-Monats-Freiwillige, sehr wohl fühlen in Höxter. Die Unterkunft ist gut und die Arbeitsatmosphäre sehr angenehm. Auch wenn die Tätigkeiten manchmal etwas schwerer sind und viele schon Blasen and den Händen haben - die Arbeit und das Ergebnis ist es wert.




Danke an Susann für Bericht und Bilder!

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Helfer aus drei Kontinenten

Brenkhausen . Seit 15 Jahren wird das alte Klostergebäude in Brenkhausen renoviert. In den letzten zwei Wochen durfte sich Bischof Anba Damian über internationale, tatkräftige und ehrenamtliche Unterstützung freuen. Freiwillige aus drei Kontinente waren im koptisch-orthodoxen Männerkloster zu Gast, um die Ruine auf Vordermann zu bringen.
Organisiert wurde die Hilfe durch den Internationalen Bauorden, über den sich die potenziellen Helfer für ein Projekt anmelden können. In der Regel nehmen an diesen Arbeiten Studenten teil, aber in Brenkhausen hat sogar eine Rentnerin eifrig mitgeholfen. Svetla Kaniss, die in Würzburg lebt und pensionierte Architektur-Technikerin ist, hatte sich zum ersten Mal für die unentgeltliche Arbeit angemeldet. "Für mich ist das eine ganz neue Erfahrung. Ich bin völlig begeistert", erzählte die Würzburgerin. "In so einer Ruine habe ich noch nie gearbeitet" sagte die gebürtige Bulgarin, für die auch die Arbeitsmaterialien neu waren.

In Höxter ließ sich Lehmbauweise lernen.

Das Kloster wird ganz in ägyptischer Tradition mit Lehm verputzt. "Das Wasser für den Lehmmischung wurde extra aus dem anliegenden Bach geholt", erzählt Bischof Anba Damian, der sich begeistert über die Einsatzfreude der fleißigen Helfer zeigte.
Koordiniert wurden die Arbeiten von der Höxteraner Firma Robrecht. "Die haben uns immer neue Aufgaben erteilt, die wir dann aber selbständig ausgeführt haben", erzählt Steffen Klemer, der in Göttingen Physik studiert.

Arbeit gab es in vielen Gewerken.

Auch die anderen Studenten haben nichts direkt mit der Baubranche zu tun. Für Ekatarina Kuzmina und Olga Tsygankova aus Russland dient der Arbeitseinsatz in Deutschland auch als Sprachreise.Beide studieren in ihrer Heimat Deutsch auf Lehramt.
Auch die Heimat der Kopten war in Brenkhausen vertreten. Eine Gruppe von jungen Männern aus Ägypten war auch täglich acht Stunden im Einsatz und sorgte zudem für das Essen am Mittag.

Gruppenbild mit Bischof Damian.

40 Wochenstunden schufteten die Helfer von Montag bis Freitag. Am Wochenende hatten sie frei und erfreuten sich an den Gastgeberqualitäten des Bischofs.
"Wir durften sogar mit auf eine koptische Hochzeit in Hannover", erzählte Steffen Klemer.

von Thorsten Wegner

aus: Neue Westfälische, Höxter Kreiszeitung, 29. September 2009
Fotos (3): kna