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Dienstag, 1. Dezember 2009

"Ihr werdet wirklich gebraucht" - Bauordenprojekt in Dacia Rumänien


Thomas Baumann ist 24 Jahre, lebt in Gossau in der Schweiz und arbeitet als kaufmännischer Angestellter bei einer Versicherung. Der Einsatz im rumänischen Dacia vom 24. Mai bis 6. Juni 2009 war sein erstes Baulager. In Dacia unterstützt der Bauorden bereits seit 2006 Jahren das Projekt „Coppiii Europei/Kinder Europas“ beim Umbau eines früheren Pfarrhauses in ein Jugendbegegnungszentrum. Das Projekt wird vom Schweizer Bauorden in Zusammenarbeit mit dem Bauorden Deutschland organisiert. Dacia hat etwa 700 Einwohner und liegt im Kreis Brasov (Siebenbürgen).


„Von diesem Projekt des Bauordens hatte mir ein Kollege erzählt. Hier kann man anpacken und Gutes tun. Somit war für mich die Sache rasch beschlossen, Ende Mai packte ich meine Sachen und ging mit viel Enthusiasmus nach Rumänien.

Was ich dort antraf, überwältigte mich in vieler Hinsicht. In dem kleinen, aber feinen Dörfchen Dacia fühlte man sich sehr willkommen. Die Leute haben stets herzhaft gegrüßt und mir gezeigt, dass sie sich über meine Anwesenheit freuen. Auch als ich zusammen mit einigen einheimischen jungen Männern an der Dorfkirche das Dach und die Wände reparierte, war ich herzlich willkommen. Man zeigte mir sofort die Kunst Wände zu verputzen und das Dach einzudecken. Die Arbeiten waren sehr vielfältig; ich arbeitete im früheren Pfarrhaus, das jetzt eine Jugendbegegnungsstätte wird und half bei Renovierungsarbeiten im Haus einer Roma-Familie. Die Familie war für die Unterstützung sehr dankbar. Ich darf aber nicht vergessen zu erwähnen, dass auch die Söhne der Roma-Familie kräftig mitgearbeitet haben.


Mein größter Dank gilt Frank Roth, dem Projektleiter des Baucamps, den er zeigte mir von früh Morgens bis spät Abends was zu machen war, erklärte mir alles genau, nahm sich Zeit dafür , hatte Nerven aus Stahl (nicht nur mit mir, sondern auch für die vielen anderen Mithelfenden). Er war mit vollem Herzblut bei der Sache, hatte gesunden Realismus und Menschenverstand, war absolut gerecht. Wir haben viel zusammen gelacht und uns über kleine gelungene Projekte gefreut. Er ist wirklich ein wunderbarer Mensch, ich hoffe es werden noch viele weitere junge und ältere Bauordenshelfer nach Dacia in Rumänien kommen und eine Zeit erleben und auskosten, wie ich sie dort selbst verbringen durfte.


Sehr interessant war auch mein Besuch des Wochenmarktes in der 6 km entfernten Kleinstadt Rupea oder meine Teilnahme am Pfingstgottesdienst in Deutsch-Weiskirch / Viscri.

Was ich hier aus Dacia mitgenommen habe, ist nur schwer zu beschreiben. Das Wichtigste: Wie viel man mit etwas Selbstvertrauen erreichen kann; und wie man noch mehr erreichen kann, wenn man zusammenhält, im Team arbeitet, miteinander und nicht gegeneinander kommuniziert. Gemeinsam geht es einfach besser.

Ich konnte auch sehen wie das alte Pfarrhaus jetzt neu genutzt wird. Eine Gruppe mit behinderten Kindern und ihre Betreuer verbrachten dort einen herrlichen Urlaub. Dafür musste die Gruppe nur ein kleines Entgelt zahlen. Solche Möglichkeiten gibt es sonst in Rumänien kaum oder gar nicht.

Ich habe mit so vielen verschiedenen Menschen zusammengearbeitet, gelacht, gespielt, mich gefreut, mich unterhalten (auch mit Händen und Füssen, da ich ja kein Rumänisch kann, doch habe ich schon ein paar Wörter gelernt und konnte sie auch mehr oder weniger anwenden). Aber irgendwie hat man sich immer verstanden und voneinander gelernt. Aber auch das erlebte Vertrauen der Roma-Familie, der ich sehr viel helfen durfte, war ein Geschenk, wie ich es noch von sehr wenigen Leuten in meinen Leben bisher bekam. Nicht weil ich Ihnen half, sondern Sie gaben mir das Gefühl ich gehöre in dem kleinen Dorf dazu, und bin nicht einfach ein Tourist der für zwei Wochen hier arbeitet und später wieder zurückgeht, sich wieder dem alten Leben verschreibt. Nein, mir gaben sie das Gefühl ein Teil von Ihnen zu sein, etwas Besonderes.

Natürlich auch einen Dank an den Bauorden Schweiz, der mir die Teilnahme an dem Baucamp in Dacia ermöglicht hat. Für mich waren diese Wochen ein Geschenk fürs Leben. An alle, die diesen Bericht lesen: Geht bitte in ein Baulager nach Dacia in Rumänien zu Frank Roth. Es gibt dort noch viel Arbeit und ihr werdet wirklich gebraucht.“

Freundliche Grüsse

Thomas Baumann

Dienstag, 3. November 2009

Video-Clip aus Dacia / Rumänien

Von ihrem Baucamp in Dacia im Oktober dieses Jahres brachte Sarah Quast einen Video-Clip mit, den sie dem Bauorden freundlicherweise zur Verfügung stellte. Der Bauorden arbeitet seit einigen Jahren in Dacia mit dem deutsch-rumänischen Verein Copiii Europei (Kinder Europas) zusammen, der als Initiativgruppe für Hilfsgüterlieferungen entstand und sich heute in zahlreichen sozialen Projekten engagiert. Die ökumenische Organisation vermittelt Freiwillige an soziale Einrichtungen in Rumänien und baut das ehemalige evangelische Pfarrhaus der Gemeinde Dacia in ein Jugendbegegnungs- und Bildungs­zentrum um. In Dacia lebten bis Mitte der 1980iger Jahre überwiegend Siebenbürger Sachsen. Nach ihrer Auswanderung standen viele Häuser leer und verfielen, auch das evangelische Pfarrhaus. Die IBO-Freiwilligen haben sich wie schon im letzten Jahr an der Instandsetzung des Gebäudes beteiligt und einen Schulraum für Romakinder renoviert.

Freitag, 19. Juni 2009

Gemeinsam auf der Baustelle

Sie arbeiten ohne Bezahlung acht Stunden am Tag - und tun das freiwillig. Die Teilnehmer am Baucamp im rumänischen Giurcani wollen helfen – das tun sie beispielsweise, indem sie ein Behindertenzenzentrum renovieren.

Arbeiten auf der Baustelle: Tommaso Pepe und Alessandro Luigi Longo

Es ist heiß an diesem Frühsommertag in Giurcani. Sechs Menschen des Internationalen Bauordens renovieren ein einstöckiges Wohnhaus. Einige kratzen den alten Lack ab, Melanie Seegelken schmirgelt das Holz. Die junge Frau aus Esslingen arbeitet eigentlich bei einem großen Energieversorger und ist unbestrittene Baucamp-Veteranin. Sie war schon bei neun Baulagern dabei. Die Arbeit in Giurcani sei allerdings bislang die härteste, erzählt sie. "Aber es ist gut organisiert. Hier haben wir wirklich etwas zu tun."

Acht Stunden Arbeit am Tag

Acht geistig Behinderte leben in dem familiären Behindertenzentrum "Casa Noua" – übersetzt heißt das "neues Haus". Einige von ihnen helfen den Freiwilligen aus Westeuropa bei der Arbeit.

Der Jurastudent Alessandro Luigi Longo arbeitet ohne Pause. "Ich bin hergekommen, um etwas Anderes aus zu probieren. Am Anfang war es schwer für mich, weil ich so eine Art Arbeit nicht kannte", erzählt er. Es ist sein erstes Baucamp.

Der 23-Jährige ist dazu auch zum ersten Mal in Rumänien - und das gleich in einem abgelegenen Dorf, weit weg von jeder urbanen Ablenkung. Doch den Italiener stört das nicht. Nach dem anstrengenden Achtstundentag ist er müde und fällt nur noch ins Bett.


Erholen von den Strapazen: Pause in der Hängematte.


Eintauchen in eine andere Lebenswelt

Zeit für Gemütlichkeit gibt es im Baucamp trotzdem. In der Mittagspause reden die Helfer aus den Niederlanden, aus Italien und Deutschland bei einem Kaffee auch über ihr Leben zu Hause. Mit am Tisch sitzt auch der Rumäne Sandu Coman. Er freut sich über die Arbeit der Freiwilligen. "Sie sind eine echte Hilfe: Einige installieren Sanitäranlagen und andere elektrische Leitungen."

Aufgebaut hat das "Casa Noua" der rumänisch-niederländische Verein "noi si voi". Hannah Smit hat den Verein gegründet, der die Hilfe des Internationalen Bauordens angefordert hat. Sie leitet auch das Baucamp, ist Managerin und Campmutter in einem. "Für manche Helfer ist es eine Art Kulturschock zu sehen, dass Leute heute in einem Dorf ohne Wasser leben, dass sie die Wäsche per Hand waschen", erzählt sie. Viele junge Leute würden nur ein luxuriöses, organisiertes Leben kennen und denken, dass das so sein müsse. "Da ist es gut, mal rauszukommen", sagt sie.

Diese Erfahrung hat auch der Italiener Tommaso Pepe gemacht. "Ich bin auch in dieses Camp gekommen, um zu verstehen, was Armut bedeutet. Armut ist, wenn die Straßen schlecht sind, wenn ein Dorf keinen Arzt, keine Post oder keine Schule hat", sagt er.


Statt Urlaub auf die Baustelle

Nah dran sein

Die Dörfer rund um das rumänische Giurcani sind oft nur über Schotterpisten erreichbar. Abends wird es still im Dorf – Autolärm gibt es hier nicht. Dann sitzen Melanie Seegelken und die anderen Helfer gemeinsam am Lagerfeuer. Es mache Spaß, anderen Leuten zu helfen, erklärt sie ihre Motivation. "Dadurch, dass wir Kontakt zu den Arbeitern haben, lernen wir die Leute besser kennen. Als Tourist würde man nicht drei Wochen mitten in einem rumänischen Dorf wohnen."


Hannah Smit aus den Niederlanden und Melanie Seegelken


Autorin: Grit Friedrich
Redaktion: Julia Kuckelkorn / Mareike Röwekamp

Weitere Informationen:

Seit über 50 Jahren organisiert der Internationale Bauorden (IBO) Jugendbegegnungen, Friedensdienste und Hilfsprojekte in Europa. Er unterstützt soziale und gemeinnützige Einrichtungen durch Bau- und Renovierungsarbeiten. Über 350.000 Schüler, Studierende, Auszubildende, Handwerker und Angestellte haben bisher als Freiwillige dabei geholfen. Die Kosten übernehmen zum großen Teil Spender.

Gegründet wurde der Bauorden 1953 vom holländischen Ordensmann Werenfried van Straaten. Heute gibt es in Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Österreich, Italien und Ungarn selbstständige nationale Bauordens-Organisationen.


Deutsche Welle, 16. Juni 2009

Dienstag, 22. Juli 2008

Krik, wegkloppen und Drujbă

Nachdem drei andere Teilnehmer aus persönlichen Gründen bzw. wegen Visaproblemen in letzter Minute abspringen mussten, berichten Julian, Martin und Ruben von ihrem "Baucamp miniature" in Rumänien:

Vom 6. bis zum 18. Juli 2008 trat eine dreiköpfige deutsch-holländische IBO-Gruppe das Baulager in Dacia/Rumänien nach teilweise anstrengender Anreise an. Verstärkt wurde diese Truppe durch einen deutschen Praktikanten.

Untergebracht waren wir in dem dortigen Pfarrhaus, welches zu einem Bildungs- und Begegnungszentrum ausgebaut wurde. Hier mussten diverse Gebäude und Grünanlagen erneuert und ausgebessert werden. Zum Einen benötigte die Terrasse neue Fundamente und Holzstützen, zum Anderen musste der Holzschuppe und der Kuhstall Instand gesetzt werden. Nebenbei ergab sich die Möglichkeit den ausländischen Wortschatz zu erweitern. Wichtige holländische Worte sind „krik“, „stapelbouw“ und „hij doet het niet meer“ („Wagenheber“, „Plattenbau“ und „kaputt“), wichtige deutsche Worte sind „Drahtstifte“, „wegkloppen“ und „In diesem Sinne“. Auch der rumänische Wortschatz wurde ausgebaut, häufig gehörte Worte waren „gata“, „drujbă“ und „mai repide“ („fertig“, „Kettensäge“ und „schneller“).



Am ersten Tag wollten wir eigentlich nur den Holzschuppen aufräumen und eine schiefe Ziegelmauer „wegkloppen“, dabei entpuppte er sich als statisches Wunderwerk. Die Stützen die das Dach trugen, ruhten entweder auf einem Brennholzhaufen oder waren gar nicht mehr vorhanden. Mit anderen Worten: „Hij doet het niet meer“. Deswegen mussten wir zuerst die Stützen erneuern. Hier war Erfindergeist gefragt. Das Dach haben wir mit einem „krik“ angehoben und dann alte Grabsteine zum Abstützen benutzt. Des Weiteren haben wir mit einer „Drujbă“ Brennholz gemacht.

Die Aufräumarbeiten und das Abstützen zogen sich noch einige Tage hin: Da die alte (schiefe und lose) Bruchsteinmauer erhalten werden sollte, musste diese in Beton gefasst werden. Dazu war eine Einschalung notwendig, dieses erforderte traditionelle rumänische Arbeitsweisen (Pfusch).

Zum Ende der Woche verlagerten wir unsere Tätigkeiten Richtung Terrasse. Zuerst mussten die alten Fundamente „weggekloppt“ und die alten Balken entfernt werden.

Leider ist bereits am Donnerstag Anne von uns gegangen (Keine Angst, sie lebt noch). Am Wochenende standen für die beiden verbleibenden Arbeitskräfte des Bauordens Besichtigungen von alten sächsischen Dörfern und Städten auf dem Plan. Samstagmorgen ging es zuerst nach Viscri, einem kleinen Dorf, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Hier befindet sich auch das Sommerhaus von Prinz Charles. Weiter ging es nach Schäßburg und Hermannstadt.



In der nächsten Woche wurden wir durch eine dreißigköpfige deutsch-rumänische Jugendgruppe verstärkt. Angefangen haben wir diese Woche mit dem Bau einer neuen Bank. An dieser Stelle muss noch mal erwähnt werden, dass wir am diesem Tag die Einzigen in dem Dorf waren, die trotz der großen Hitze von 40°C auch schwerste Arbeiten im Freien nicht gescheut haben. Außerdem haben wir den Keller der Pfarrhauses entrümpelt und aus dem dort aufgefundenen Holzmüll ein Lagerfeuer gemacht, das eindeutig größer war, als das vom Nachbarn.

Am Dienstag stand die Renovierung des Kuhstalls an. Hierzu musste als Erstes der Heuboden ausgemistet werden. Leider hat es die Jugendgruppe nicht geschafft, mit dem alten Heu das Feuer vom Vortag zu übertrumpfen. Die Holzdecke des Stalls hat leider aufgrund des undichten Daches angefangen zu faulen, sodass einige Balken und Bodenbretter ausgetauscht werden mussten. Dieses endete in der Ausbesserung des Daches. Nahm man hier eine kaputte Ziegel heraus, fielen zwei weitere Kaputte weiter oben runter. Dies führte dazu, dass das Bodenpersonal (Julian) mehrfach mit dem Auftrag: „Nur noch zehn neue Ziegel, bitte“ losgeschickt wurde. Mit dem Einsetzen der Dunkelheit, im Schein der Petroleumlampe, konnte das Dach glücklicherweise fertig gestellt werden. Am letzen Tag haben wir eine Pfette augetauscht und konnten dann beginnen, die „weggekloppte“ Ziegelmauer zu ersetzen. Den letzten Abend haben wir natürlich gerne geopfert, um diesen Bericht zu schreiben.

In diesem Sinne,

GATA!

P.s.: Dieser Bericht konnte nur mit der manuellen Rechtschreibprüfung unseres niederländischen Mitarbeiters realisiert werden. (Hij doet het toch nog !)

Julian, Martin und Ruben

Mittwoch, 2. Juli 2008

„Das Baucamp hat uns alle bereichert“

Am 20. April 2008 trafen sich sieben freiwillige Helfer aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und Rumänien in Brenndorf (Bod) bei Kronstadt, um gemeinsam zwei Wochen für einen guten Zweck zu arbeiten. Organisiert wurde dieses Baucamp, wie viele andere Baulager, vom „Internationalen Bauorden Deutschland“.

Gegründet wurde der Bauorden im Jahre 1953. Die schrecklichen Folgen des zweiten Weltkrieges veranlassten den flämischen Pater Werenfried van Straaten, die Organisation ins Leben zu rufen. Er lud junge holländische und belgische Studenten ein, in Deutschland beim Bau von Häusern für Flüchtlinge und Heimatvertriebene behilflich zu sein.

„Anpacken, statt immer nur reden!“ – seit über fünf Jahrzehnten prägt dieses Motto das Wirken des „Internationalen Bauordens Deutschland“ (IBO). Seit der Gründung haben über 350 000 vorwiegend junge Leute ohne Lohn und Bezahlung während ihrer Freizeit auf einer der vielen Baustellen in Europa gearbeitet. Heute organisiert der Bauorden jährlich etwa 200 Projekte in ganz Europa mit über 1 800 Freiwilligen. Ein Bauhilfseinsatz dauert zwischen zwei und vier Wochen und führt junge Menschen aus allen Ländern Europas zusammen, die sich für soziale und kulturelle Bauprojekte engagieren. Gemeinsam nehmen sie soziale Verantwortung wahr und helfen beim Bau oder bei der Renovierung von Waisenhäusern, Behinderteneinrichtungen, Altenheimen, von Kirchen, Klöstern und anderen Kulturdenkmälern. Überall dort, wo das Geld für Instandsetzung und Renovierung fehlt, sind sie zur Stelle. Die Organisation stellt die Planung und fachliche Anleitung. Die jungen Leute verpflichten sich, acht Stunden am Tag, immer in internationalen Arbeitsgemeinschaften und, soweit möglich, in enger Zusammenarbeit mit den Betroffenen zu arbeiten.


Jugendliche des Internationalen Bauordens helfen freiwillig bei der Renovierung des evangelischen Pfarrhauses in Brenndorf. Foto: Jürgen Schermer


Durch die Begegnung und Zusammenarbeit junger Menschen aus allen Teilen Europas hat der „Internationale Bauorden“ zugleich zur Völkerverständigung beigetragen. In einer Gesellschaft, in der die christlichen Werte an Bedeutung verlieren und solidarisches Verhalten allzu oft dem Eigennutz zum Opfer fällt, geben die unentgeltlich helfenden Freiwilligen ein unübersehbares Beispiel. Weiter Infos im Internet unter www.bauorden.de.

Nach einer anstrengenden 23-stündigen Fahrt und 1 800 Kilometern erreichten wir am Sonntag, den 20. April, gegen 14 Uhr das evangelische Pfarrhaus in Brenndorf. Die Burzenländer Gemeinde liegt im Herzen Rumäniens, etwa 15 km nordöstlich von Kronstadt (Braşov) entfernt. Von den rund 3 900 Einwohnern (einschließlich Zuckerfabrik) sind noch 50 Siebenbürger Sachsen. Das evangelische Pfarrhaus soll als Haus der Begegnung dem Erhalt siebenbürgisch-sächsischen Kulturgutes dienen und fördert das Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen (Rumänen, Deutsche, Ungarn, Roma).

Vom Ansprechpartner vor Ort, Manfred Copony, wurden wir sehr freundlich empfangen. Nach einem Rundgang durch Kirche, Pfarrhaus und die dazu gehörigen Gebäude wurden wir in das Projekt und unsere Aufgaben eingewiesen: Das Pfarrhaus ist ein historischer Gemeinschaftsbau der Siebenbürger Sachsen in Brenndorf, der renovierungsbedürftig ist.

Das Vorhaben in Brenndorf besteht darin, das Pfarrhaus instand zu setzen und zu modernisieren, ein Gästehaus einzurichten und einen Bauernhof aufzubauen. Auch die Veranda des Pfarrhauses soll komplett renoviert werden. Das Gästehaus soll Besucher und damit mehr Leben nach Brenndorf bringen. Der geplante Bauernhof und die Heimatstube werden ein Stück siebenbürgisch-sächsischer Kultur vermitteln und die junge Generation anziehen.

Die Arbeiten in Brenndorf

Während der zwei Wochen in Brenndorf haben wir verschiedene Arbeiten ausgeführt: den feuchten und maroden Außenputz von den Wänden geschlagen, den Natursteinsockel wieder freigelegt, die Holzfensterläden von alten Anstrichen befreit, Türen und Fenster neu gestrichen, einen Sandkasten gebaut, bei der Fertigstellung der Gästezimmer geholfen und vieles andere mehr. Es herrschte Hochbetrieb im ganzen Haus und Hofbereich. Zahlreiche rumänische Arbeiter und Helfer waren damit beschäftigt, Hausinstallationen einzubauen oder Außenanlagen zu errichten und arbeiteten teilweise bis in die Nacht hinein. Es gab viel zu tun, und jede Hilfe war willkommen.

Die neuen Gästezimmer stehen jederzeit zur Verfügung

Mehrere Räume des Pfarrhauses sind inzwischen zu Gästezimmern umgebaut, und stehen Besuchern, nach Absprache, jederzeit zur Verfügung. Ein Bauernzimmer mit Ausstellungsstücken macht Besucher mit den Bräuchen und Sitten der Siebenbürger Sachsen bekannt. Eine Sommerküche und die Außenanlagen sind ebenfalls fertig gestellt und laden zum Verweilen ein.

Land und Leute im Burzenland erkundet

Unsere Freizeit verbrachten wir größtenteils zusammen in der Gruppe. Verständigt hatten wir uns teilweise in englischer Sprache, aber auch Rumänisch oder Deutsch wurde gesprochen. Natürlich sind wir, so oft es ging, nach Kronstadt und durch die umliegenden Dörfer gefahren, um die Leute und Kultur kennen zu lernen. Die Menschen waren alle sehr gastfreundlich und zuvorkommend. Die Landschaft mit den Bergen in unmittelbarer Nähe war sehr eindrucksvoll. Die Schwarze Kirche, die Törzburg (Bran), die Wehrkirche Honigberg und viele andere interessante Orte haben wir während unserer Freizeit besucht. Ein Höhepunkt war eine Wandertour in den Karpaten bei Cheia, wo wir bis zum Gipfelkreuz hochkletterten und es plötzlich anfing zu schneien.

Alles in allem war das Baucamp eine tolle Erfahrung. Es hat uns alle bereichert und sehr viel Spaß gemacht, mit Menschen anderer Nationalitäten für einen guten Zweck zusammen zu arbeiten. Man lernt nicht nur die Kultur des Landes kennen, sondern auch die der anderen Teilnehmer. Soziales Engagement, die Möglichkeit zum Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern, Sprachen und Kulturen sowie ein Schuss Abenteuerlust waren nicht nur bei mir ein Grund, an einem Baucamp teilzunehmen.

Ich beabsichtige, nächstes Jahr wieder an mindestens einem Baulager teilzunehmen. Ich kann es auch jedem nur empfehlen, der sich ehrenamtlich für soziale und kulturelle Projekte interessiert und Spaß am Werken hat. Im Namen der gesamten Baucamp-Gruppe möchte ich unserem Betreuer vor Ort Manfred Copony ein großes Dankeschön aussprechen. Er hat die Organisation sehr gut gemeistert und sich liebevoll um unser Wohl gesorgt.

Jürgen Schermer

Siebenbürgische Zeitung, 22. Juni 2008






Montag, 5. Mai 2008

Baucamp im siebenbürger Brenndorf

Freiwillige aus Deutschland, den Niederlanden, Rumänien und Österreich renovierten in den vergangenen zwei Wochen das evangelische Pfarrhaus in Bod (Brenndorf) in Siebenbürgen. Das Pfarrhaus soll als Haus der Begegnung dem Erhalt sächsischen Kulturgutes dienen und fördert das Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen (Rumänen, Deutsche, Ungarn, Roma). Bod ist ein kleines Dorf im Herzen Rumäniens. Von den rund 1800 Einwohnern sind noch 50 Siebenbürger Sachsen.

Vielen Dank an Jürgen für einige Eindrücke von diesem generationsübergreifenden Einsatz:


Von: Jürgen

Gesendet: Montag, 5. Mai 2008 10:23
An:
Internationaler Bauorden
Betreff: Fotos Baucamp Bod in Rumänien



Hallo Bauorden,

anbei ein paar Fotos vom Baucamp in Bod.

Das Baucamp war eine tolle Erfahrung und ich werde nächstes Jahr wieder an mindestens einem Baucamp teilnehmen.

Zur Arbeit: ganz kurz und klar gesagt: "Viel Arbeit aber wenig Zeit"
Es hat sehr viel Spass gemacht mit anderen Nationen für einen guten Zweck
zusammen zu arbeiten. Man lernt nicht nur die Kultur des Landes in dem man
sich aufhält ein bisschen kennen, sonder auch die der anderen Teilnehmer.


Viele Grüße aus Rumänien

Jürgen








Mittwoch, 18. Juli 2007

Dacia, Rumänien 1. - 15. Juli

Eindrücke der niederländischen Teilnehmer:

Na een lange reis vanuit de Nederlandse laaglanden kwamen wij, studenten uit de stad, aan in een klein dorpje, Dacia/Stein, in de uitlopers van de Karpaten. Hier werden wij gastvrij ontvangen door Frank Roth, Sarah, Rica, Cora en Elvira met een bed, een bad en een bord. Na nadere kennismaking onder het eten werd de structuur van de komende werkweek uitgelegd. Er bleek genoeg en afwisselend werk te zijn, zoals een bron uitdiepen, de zolder en kelder van de oude pastorie opruimen, en een klaslokaal opknappen. Gedurende de dag was er genoeg ontspanning om bij te komen en het echte Roemeense plattelandsleven van dichtbij mee te kunnen maken. Zo konden we de koeien van Herr Konnerth melken en werden er biggetjes geboren bij het varken Rosa. Ook hadden we in het weekend tijd om een toeristisch uitstapje met paard en wagen te maken naar het sokkendorp Viscri. Door deze vrijetijdsbesteding en de verhalen van Frank maakten wij kennis met de Roemeense levenstijl, de mensen, gewoontes en cultuur. Voor een bouwkamp troffen wij een meer dan luxe onderkomen aan, met stromend water en waar er elke dag voor ons eten werd gezorgd.


Weitere Berichte aus Dacia finden sich hier: http://stein-dacia.blogspot.com/