Dienstag, 3. August 2010
Genug Arbeit für die nächsten Jahre
Bei tropischen Temperaturen ist es ganz schön hart, das Bauernhaus mit Lärchenbrettern zu verkleiden. Auch beim Zaunsetzen um den Spielplatz - die von der Aktion Mensch mit 3200 Euro geförderte Maßnahme beschäftigte schon im vergangenen Jahr die Freiwilligen und wird jetzt beendet - gerät man schnell ins Schwitzen. Eine von vielen Erfahrungen, die Christin Ahlert aus Köln und Franziska Wich aus Oberweißbach auf dem Biohof gesammelt haben. "Aber die Arbeit hier ist abwechslungsreich und spannend", sagt Franziska. Sie hat in Thüringen gerade Abi gemacht und möchte im Herbst mit einem Architekturstudium beginnen. Durch ihren dreiwöchigen Einsatz beim Bauorden wollte sie herausfinden, ob ihre Wahl wirklich die richtige ist.
Franziska hat offenbar ins Schwarze getroffen. Sie ist begeistert, auch von dem guten Kontakt zu den Leuten vom Hof und der Anlage selbst. Einkaufen kann sie im Hofladen, das Mittagessen kommt aus der Hof-Großküche, die auch Schulen und Kitas versorgt.
Schlafen können die "Ibos", wie die Freiwilligen kurz und liebevoll genannt werden, im ehemaligen Hofcafé unter hohen Bäumen. Duschen und Toilette gibt es im Gutshaus gegenüber. Eine komfortable Not-Lösung, aber noch das Optimum. Denn: "Wir haben immer wieder viele Praktikanten aus ganz Deutschland und Europa hier oder junge Leute, die für einige Zeit bleiben, um herauszufinden, ob sie in die biologisch-dynamische Landwirtschaft einsteigen wollen", erzählt Baukünstler Peter Zimmer. Gleichzeitig gibt es viele Anfragen von Touristen für einen Urlaub auf dem Bio-Bauernhof.
Die Lösung des Problems liegt direkt auf dem Gutsgelände: Der ehemalige Pferdestall, in dem einst auch der Kutscher lebte und seine Wagen standen, wird seit vielen Jahren nur als Abstellkammer genutzt. Ein Umbau musste hinter anderen Großprojekten wie der Sanierung von Guts- und Bauernhaus, Kindergarten, Hofladen, Hofcafé, Großküche, Mühlenbäckerei, Gemüsehalle und Kornspeicher zurückstehen. Nach knapp 20 Jahren bewegtem Leben und Bauen auf dem Biohof scheint jetzt seine Zeit gekommen. Peter Zimmer: "Neben Ferienwohnungen möchten wir einen Seminarraum bauen, der auch als Aufenthaltsraum für Jugendliche dient, die zu Arbeitseinsätzen hier sind - wenn das Wetter nicht so toll ist wie jetzt."
24. Juli 2010 von Maren Ramünke-Hoefer in der Schweriner Volkszeitung
Mittwoch, 22. August 2007
Internationale Hilfe für altes Gutshaus
Emilia und Piotr streichen die Fassade des Gutshauses
In diesem Sommer steht das alte Gutshaus des Hofes im Vordergrund der Bemühungen. Ein neuer Anstrich sowie ein Anbau sollen das Gebäude in neuem Glanze erstrahlen lassen. Derzeit werden die alten Farbschichten abgetragen und anschließend neue, freundliche Töne aufgebracht. Auch das Dach wird zeitgleich rekonstruiert.
"Der Bauorden fördert Projekte, die sozial Benachteiligten zu Gute kommen. Hier auf dem Biohof werden handwerkliche Arbeiten mit Behinderten durchgeführt und kostenlose Kunsttherapien für jedermann angeboten", erklärte Bauleiter Peter Zimmer.
Die jungen "Arbeiter" wohnen während ihres Einsatzes in einigen leer stehenden Wohnungen des Gutshauses neben bereits vermieteten, die in den vergangenen Jahren von Teilnehmern des Projektes auf Vordermann gebracht wurden. In den acht Sommern der erfolgreichen gemeinsamen Zusammenarbeit hat der Internationale Bauorden auch andere Baustellen auf dem Hof Medewege betreut, wie zum Beispiel den Wiederaufbau des Gärtnerhauses, von dem heute besonders der Waldorfkin dergarten profitiert, der sich ebenfalls auf dem Gelände befindet.

Mit der Sanierung des Gutshauses wurde schon in den vergangenen Jahren begonnen. "Die Arbeiten daran werden noch einige Zeit in Anspruch zu nehmen", sagte Peter Zimmer.

