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Sonntag, 12. September 2010

Baucamp in Biancavilla - Schwitzen unter sizilianischer Sonne

Vom 25.07.-07.08.2010 habe ich mit 9 anderen Freiwilligen am Baucamp in Biancavilla/Italien teilgenommen. Die Gruppe bestand aus 3 Deutschen, 5 Belgiern und 2 Italienern im Alter von 19 bis 29 Jahren, die sich sehr schnell gefunden und gut verstanden hat. Am Anreisetag trafen wir uns alle auf dem Flughafen und sind dann gemeinsam zum Projektort, der „Casa di Maria“ gebracht worden. Als uns Sergio, der Hausherr, begrüßt und uns das Projekt vorgestellt hatte, bezogen wir unsere komfortablen Zimmer mit eigenem Bad.



Am nächsten Morgen nach dem Frühstück an einer großen Tafel mit der Familie des Hauses traten wir unsere erste Arbeitsaufgabe in den Olivenhainen an. Dort entfernten wir auf mehreren terrassenartig angelegten Feldern verdörrtes Gras, reinigten das Areal und präparierten die Olivenbäume mit Steinen und Erde, so dass sie feuerfest sind, da es im Sommer bei den hohen Temperaturen häufig zu Bränden kommen kann. Diese Arbeit hat sehr viel Zeit, Schweiß und Nerven gekostet.



Weiterhin gab es viele Arbeiten am und im Haus zu verrichten: so halfen wir regelmäßig bei der Hausarbeit und bereiteten auch gemeinsam mit Carmela, der Hausmutter, das Essen für die Gruppe zu. Auf dem Gelände der Casa di Maria entstand weiterhin ein neues Gebäude, welches als Werkstatt dienen soll. Dort legten wir unter anderem ein Fundament, dem vorausging, dass wir Steine unterschiedlicher Größe sammeln und in Eimern transportieren mussten, was körperlich sehr anstrengend war. Da wir 2 männliche Freiwillige in der Gruppe hatten und auch Sergio und 2 andere junge Männer auf der Baustelle waren, nahmen sie uns die ganz schweren Arbeiten bereitwillig ab.



Wir hatten sogar die Möglichkeit Beton zu mischen, was vielen von uns sehr viel Spaß bereitet hat, da man sowas vorher noch nie gemacht hatte. Zu den Arbeiten kamen noch kleinere Tätigkeiten wie Zäune, Tische und Bänke abschleifen sowie diese zu lasieren. Hinzu kamen Aufräumarbeiten au dem Gelände und das Verzieren einer Steinmauer mit Mosaiken – für die Kreativen unter uns eine gelungene Abwechslung zur manchmal doch sehr schweren körperlichen Arbeit.



Die Arbeitszeiten waren so geregelt, dass wir vormittags etwa 4 Stunden arbeiteten und mittags 2-3 Stunden Pause hatten, in der wir immer ein sehr opulentes Essen mit der Familie einnahmen und uns ein wenig in den Hängematten, beim Kartenspielen oder Lesen entspannen konnten. Nachmittags ab 16 Uhr ging es dann weiter und wir arbeiten immer bis etwa 19 Uhr, manchmal auch länger, wenn dringend etwas fertig werden musste. Aufgrund der Hitze war die nachmittägliche Arbeit immer um ein deutliches angenehmer als vormittags in der heißen Sonne zu schwitzen. Abends wurde es aufgrund der Höhenlage am Fuße des Ätna immer etwas kühler und sehr angenehm. Nach dem Abendessen, was auch manchmal bis 22 Uhr dauerte, konnten wir daher noch ein paar schöne Stunden draußen mit belgischen Kartenspielen oder angenehm-lustigen Gesprächen verbringen.


An den Wochenenden fuhr die Familie mit uns zwei Mal ans Meer, was wir sehr genossen und uns gut entspannen konnten. Auch die lange fahrt beim zweiten Ausflug hat sich wirklich gelohnt, da wir den Nachmittag an einem sehr idyllischen und nicht von Touristen bevölkerten Strand bei Syrakus verbracht haben. Auf Wunsch der Gruppe konnten wir auch auf den Ätna machen, der geradezu vor unserer Nase lag und den wir den ganzen Tag lang während der Arbeit beobachten konnten. Leider waren wir zu spät dort um bis auf den Gipfel zu fahren, aber auch auf einem der unteren Plateaus war es sehr schön und beeindruckend.



Des Weiteren veranstaltete die Familie am ersten Samstag eine Party für Freunde, Bekannte und Dorfmitglieder - Anlass dafür war, dass die Familie mit ihrem Projekt nun schon 3 Jahre vor Ort ist. Die Party war gut und sehr professionell vorbereitet. An dem Abend waren etwa 100 Leute da und es war schön inmitten der sizilianischen Lebensfreude mit unterschiedlichsten Menschen mehrerer Genrationen zu essen, zu trinken und zu feiern. Dieser Abend war unvergesslich und wir als Freiwillige haben bis zum Ende durchgehalten.


Alles in Allem war das Camp schön, auch wenn man sich als Mitteleuropäer an viele Gegebenheiten und Umstände erst gewöhnen bzw. sie einfach akzeptieren muss – alles braucht seine Zeit, nichts geschieht mit Hektik , Zeitangaben sind nur ungefähre Richtwerte und Organisation bekommt eine ganz neue Definition. Die Familie hat uns nett aufgenommen, uns kulinarisch immer sehr gut und ausreichend versorgt und uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich gemacht. Spontane Veränderungen haben wir bereitwillig akzeptiert, wie zum Beispiel die Ankunft einer zehnköpfigen Familie aus Catania, deren Haus abgebrannt war und diese auf dem Hof der Pennisis Unterkunft suchte. So rückten wir enger zusammen und räumten ein großes Zimmer für die Familie, schenkten ihr Kleidung und kleine Annehmlichkeiten aus unserem Hab und Gut. Allein die Kommunikation zwischen uns und der Familie Pennisi war manchmal etwas schwierig, da sie kein Englisch sprach und wir kaum italienisch. Ein großes Dankeschön gilt daher Gesine, die 2 Wochen lang bereitwillig eine sehr gute Dolmetscherin war!

Susann Thiele, 01.September 2010

Dienstag, 4. August 2009

Als Senior im Baucamp unter dem Ätna

Aus alten Eisenbahnschwellen wird ein Treppe.

Und wieder stand für mich als „Älterer Freiwilliger“ mit 65 Jahren ein Arbeitseinsatz in einem Baucamp auf Vermittlung des Internationalen Bauordens(IBO) in meinem Jahresprogramm für 2009. Da Italien schon fast meine zweite Heimat ist, ging es erneut in dieses Land: und zwar für 12 Tage vom 14. Juli bis 26. Juli 2009 nach Biancavilla in der Nähe von Catania. Insgesamt habe ich jetzt seit 2005 schon fünf Freiwilligeneinsätze hinter mir.

Das Anwesen „Casa di Maria“ war in etwa 800 Meter Höhe mein Einsatzort und lag etwa 6 km ausserhalb von Biancavilla in malerischer Umgebung von Weinbergen, Obstbäumen und Olivenhainen direkt unter dem Ätna. Dieser mächtige Vulkan war für mich mein ständiger Wegbegleiter. Die Baucamp-Gruppe war im Vergleich zu anderen Einsätzen mit 6 Personen(4 männlich und 2 weiblich) aus Österreich(2), Italien(3) und Deutschland(1) klein und damit überschaubar. Das Durchschnittsalter belief sich auf rund 48 Jahre, wobei der älteste Teilnehmer 68 Jahre alt war. Es war also fast ein „Senioren-Baucamp“. Doch wurden wir von den beiden Söhnen des Baucamp-Leiters Sergio und seinen drei Freunden mit unterstützt, die durch ihre ungezwungene und lockere Jugendlichkeit etwas Frische und Lebendigkeit in die Gruppe brachten. Das hat gut getan!


Sergio hat mit seiner Frau Carmela in den vergangenen Jahren aus einem alten Komplex das hervorragend renovierte Anwesen „Casa di Maria“ fertiggestellt. Es besteht aus einem Wohntrakt, einer modern eingerichteten Küche, einem grossen Speisesaal mit Galerie und drei behindertengerecht ausgebauten Appartements mit jeweils eigener Dusche und WC. Meine Unterkunft zusammen mit anderen drei Freiwilligen war also wirklich ausgezeichnet. Jetzt soll der Komplex für den ländlichen Tourismus genutzt werden. Auch alleinerziehende Frauen mit Kind werden hier eine Bleibe finden. Gedacht ist ferner daran, seniorengerechte Kurse und Aktivitäten anzubieten. Für dies alles wird jetzt ein Angebots-Konzept entwickelt.

Unser Einsatz erfolgte ausschliesslich im Aussenbereich. Bei den sommerlichen sizilianischen Temperaturen von etwa 40 Grad war die Arbeit immer sehr schweisstreibend und anstrengend. Wir errichteten aus schweren Vulkansteinen Stütz-Mauern, fertigten einen langen Sicherheitszaun, zimmerten einen Esstisch aus nicht ganz einfachem Holz, betonierten eine grosse Terasse unter erschwerten Bedingungen, legten eine Treppe aus alten Eisenbahnschwellen an, beschafften und Heizmaterial aus Olivenkern-Trester auf, das wir dann in Säcke füllten und hatten schliesslich vielfältige Aufräum- und Säuberungsarbeiten zu erledigen. Dies alles zielgerichtet zu organisieren war nicht leicht. Die Überlegungen der älteren Fachleute mussten oftmals mit den Vorstellungen des Baucamp-Leiters in Einklang gebracht werden. Ich hatte als deutsch-italienischer Dolmetscher zwischen den beiden Lagern zu vermitteln, was für mich nicht immer leicht war. Das Zusammentreffen von verschiedenen Kulturen ist eben doch eine grosse Herausforderung. Alles in allem waren wir ohne einen geregelten Arbeitsplan durchnittlich 9 bis 10 Stunden beschäftigt. Da tat eine Ruhepause von etwa zwei Stunden nach dem Mittagessen doch sehr gut. Unser Arbeitstag war also von 7.30 Uhr mit dem Frühstück und etwa 21.00 Uhr mit dem Abendessen verhältnismässig lang. Abends waren wir alle froh, in unser Bett steigen zu können. Aufgrund der Höhe kühlte sich die Luft stets angenehm ab und förderte unseren Schlaf. Neue Kraft schöpften wir immer wieder aus den ausgezeichneten, vorwiegend vegetarischen, Mahlzeiten, die Lucia mit Helfern aus dem Familienumfeld aus der modernen Küche zauberte.

Mittags zauberte Lucia köstliche Gerichte.

Zu unseren gemeinsamen Essen kamen mehrmals neue Bekannte hinzu. Wir waren wirklich eine grosse internationale Gemeinschaft. Sogar lokale Politiker interessierten sich für unsere Arbeit. Ein Tag war schliesslich ausgefüllt mit dem Besuch von kroatischen Ferienkindern. Wahrlich ein tolles Ereignis. Die vielfältigen Ausflüge am Wochende waren dazu angetan, von der Arbeit Abstand zu bekommen. So erkundeten wir in die atemberaubende Landschaft des Ätnas, dann standen Badebesuche auf dem Programm und schliesslich lernten wir die nahegelegene Stadt Catania kennen.

Eine fröhliche Truppe kam in Biancavilla zum Baucamp.

Der 12-tägige Aufenthalt im Baucamp in Biancavilla war für mich erneut eine grosse Bereicherung und gleichzeitig eine neue Herausforderung gewesen. Der Arbeitseinsatz als „Älterer Freiwilliger“ hat mir viel Kraft für meine eigenen zukünftigen europäischen Senioren-Projekte gegeben. Denn wie so oft im Leben, erkennt man erst im Nachhinein, was man mit nach Hause genommen hat: viele Eindrücke und Erlebnisse und viele, viele neue Freunde. Eines ist auf alle Fälle sicher: auch im nächsten Jahr, also in 2010, steht wieder ein „Senioren-Arbeits-Einsatz“ in einem Baucamp auf meinem Programm.

von Dr. Dietmar Eisenhammer

Donnerstag, 4. September 2008

Zwischen Wein und Pasta im Piemont

Die Verbindung von Baustelle und Dolce Vita

Vom 14. bis 26. Juli 2008 ging es für 9 junge Leute zwischen 17 und 26 Jahren nach Cortemilia in Italien. Doch wer jetzt an Strandurlaub oder einen Urlaub in einem Landhotel derToscana denkt liegt falsch - Ziel war das Ecomuseo dei terrazzamenti für den Schutz und Erhalt traditioneller Siedlungen in der Piemont-Region. Hier sollten fünf Belgier, drei Holländer und eine Deutsche unter italienischer Anleitung zwei Wochen lang acht Stunden täglich zusammen arbeiten - und das alles unentgeltlich in ihren Ferien.

Das Ecomuseo schützt traditionelle Siedlungen als Teil des kulturellen Erbes und der Geschichte der Region. Hier findet man noch Terrassenanlagen mit Steinmauern, die ganz ohne Mörtel zusammenhalten und Weinanbau mit einfachen Mitteln.

Es galt einen Weg freizulegen, die Weinpflanzen und andere Sträucher zu beschneiden , sowie beschädigte Mauern auszubessern und neue zu errichten.

Das hieß: passende Steine aussuchen...

...manchmal mit vereinten Kräften heranschleppen...

...aufschichten und einpassen.


Zur Belohnung für die anstrengende Arbeit gab es hausgemachte Pasta und Pizza. Und natürlich musste niemand in der brütenden Mittagshitze schuften - von 13 bis 15 Uhr gab es eine traditionelle italienische Siesta - schließlich soll auch die traditionelle Lebensart erhalten bleiben...

Montag, 4. August 2008

"Internationale Familie" im italienischen Baucamp

Generationsübergreifender internationaler Freiwilligendienst in Rieti(Sala)/Rom.

Bericht eines Seniors über 14 Tage im Baucamp in Italien.

Von

Dr. Dietmar Eisenhammer


Auch in 2008 stand bei mir als fast 65-jähriger Senior ein Arbeitseinsatz auf Vermittlung des Internationalen Bauordens(IBO)
in meinem Kalender. Es war jetzt schon mein vierter Freiwilligendienst. Dieses Mal ging es erneut nach Italien und zwar vom 13. bis 26. Juli 2008 nach Rieti rund 80 km von Rom entfernt. Der Ort mit seinen fast 48. 000 Einwohnern liegt malerisch in etwa 800 Meter Höhe. Die Stadt wird von imposanten Gebirgszügen mit dem rund 2000 Meter hohen Terminillo umschlossen. Diese hervorragende Lage bescherte uns ein frisches und gesundes Klima. Die Nächte waren angenehm kühl zum Schlafen.

Das gesamte Baucamp im Ortsteil Sala, etwa 10 km außerhalb von Rieti, war eine große Familie mit 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (6 weiblich und 6 männlich) aus Italien, Belgien, Holland, Israel und Deutschland. Alles motivierte und begeisterte Jugendliche und dazwischen ich als quasi „Älterer Exot“. Ergänzt wurden wir durch männliche Facharbeiter aus Kroatien, Rumänien, Eritrea und Italien. In der Küche stand Marisa und zauberte mittags und abends hervorragendes italienisches Essen. Es war jedes Mal eine organisatorische Meisterleistung, wenn wir zusammen mit Gästen manchmal etwa 30 Personen waren. Ihr Ehemann, die zwei Kinder, ihre Schwiegermutter mit dem älteren Bruder sowie Hund und Katze rundeten das Bild ab. Küchen- und Reinigungsdienste wurden von uns abwechselnd gemeinsam auf die Freiwilligen verteilt. Wir alle waren also eingebunden in eine generationsübergreifende internationale Gemeinschaft mit italienischem Flair. Besser konnte es nicht sein!


Die Unterkunft bestand aus mehreren Gemeinschaftszimmern. Ich hatte wiederum ein einfaches Zimmer für mich. Hier zeigt sich, dass man als Älterer froh ist, sein eigenes Refugium zu haben. Für die Jugendlichen hingegen ist die gemeinschaftliche Unterkunft ein Erlebnis. Allein dies macht den Unterschied von Jung und Alt aus. Die sanitären Einrichtungen wurden zusammen genutzt. Komfort war von mir nicht erwartet worden.


Geleitet wurde das Baucamp umsichtig und gut organisiert von Matteo, gleichzeitig der Vorsitzende der Kooperative“ Consortium“. Die Organisation betreibt unter anderem diesen 140-Hektar großen Bauernhof in Sala nach Grundsätzen der biologischen Landwirtschaft. Gearbeitet wurde an fünf Tagen von 7.00 bis 11.00 Uhr: also insgesamt 4 Stunden. Dies war ein Arbeitspensum, das auch von Älteren leicht zu bewältigen ist. Die 12 Freiwilligen halfen bei der Renovierung von drei Gebäuden, die als Behinderten-Urlaubsstätte zukünftig genutzt werden sollen. Unsere Arbeit bestand darin, den Facharbeitern mit zur Seite zu stehen. So wurden von uns vielfältige Hilfsdienste geleistet, Reinigungsarbeiten durchgeführt und Bauschutt abtransportiert. Ergänzend waren wir bei Malerarbeiten behilflich und auch neue Wege wurden angelegt. Amtssprache war - wie immer - Englisch. Meine italienischen Sprachkenntnisse waren auch dieses mal förderlich, um als Dolmetscher zu fungieren.

Ab Nachmittag stand der restliche Tag zur freien Verfügung. Hierfür hatte Matteo ein umfangreiches und hervorragendes Programm organisiert. So besuchten wir das örtliche Freibad. Gemeinsam wurde die reizvolle Landschaft erwandert. Eine Rundfahrt zu den Wallfahrtsstätten der Franziskaner im heiligen Tal von Rieti stand mit auf dem Plan. Ferner gab es Vorträge von verschiedenen Fachleuten zu Themen mit italienischem Bezug. Ein Fernsehteam von RAI 1 machte Aufnahmen und Interviews. Filmabende fanden abends unter freiem Himmel statt. Auch ein Pizza- und Brotbacktag wurde von Marisa eingebaut. Ferner wurde das Zubereiten von typisch italienischen Süßbackwaren gezeigt. Sogar eine junge Rock-Band spielte einmal zur Unterhaltung für das gesamte Baucamp auf. Am freien Wochenende von Samstag auf Sonntag war ein Besuch von Rom eingeplant. Für Unterkunft in der italienischen Hauptstadt wurde gesorgt. Zum Abschluss des Baucamps fand ein Disco-Abend in ausgelassener Stimmung bis in den frühen Morgen statt.

Vor diesem Hintergrund war nach 14 Tagen der Abschied vom Baucamp nicht leicht, zumal wir noch liebevoll mit belegten Broten für die Reise versorgt wurden.

Alles in allem war auch dieses Baucamp für mich erneut eine unwahrscheinliche Bereicherung. Das Miteinander von Jung und Alt hat mich wieder um Jahre verjüngt. Auch wenn es stimmt: „Old is Gold“, dann gilt um vieles mehr: „Alt und Jung ist durch nichts zu ersetzen“.


Weitere Fotos bei Flickr.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Einsatz im italienischen Bergdorf

Macchiagodena (westl. von Campobasso) ist ein kleines abgelegenes Dorf in Molise, nahe Isernia. In den vergangenen Jahren erhielt der Pfarrer des Dorfes, Don Francesco Romano, durch Spenden rund 10 renovierungsbedürftige Häuser. Don Francescos Idee ist es, diese Häuser zu einem Dorfgemeinschaftszentrum „Villaggio San Nicola“ umzubauen. Dazu ist auch weiterhin viel Arbeit notwendig; der Bauorden hilft hier seit 1995.

Im September 2007 machten sich Eleonore (53), Günter (62), Konrad (22), Henning (21) und Hans-Joachim (61) auf den Weg nach Macchiagodena, um Don Franco für zwei Wochen zu unterstützen.

Ihre Rückmeldungen nach dem zweiwöchigen Einsatz fallen sehr positiv aus:


"Die Organisation der Arbeit war gut, die Anleitung erfolgte durch zwei italienische Kollegen. Die örtlichen Möglichkeiten waren zwar begrenzt, aber man konnte gut improvisieren. Die Arbeit hat Erfolg gezeigt und Spaß gemacht."


"Die Dorfbewohner waren sehr freundlich und hilfsbereit."


"Trotz der kleinen und sehr gemischten Gruppe herrschte eine tolle Atmosphäre, wir waren eine gute Gemeinschaft."


"Gutes Essen! Guter Wein! - Besser als zu Hause!"


Hier noch einige Bilder, die sie uns gestern geschickt haben:
















Die genauen Termine für die Baulager in Macchiagodena für 2008 stehen zur Zeit noch nicht fest. Interessenten können sich aber gerne schon bei uns melden.

Donnerstag, 13. September 2007

Jung und Alt im italienischen Baucamp

Bericht eines älteren Freiwilligen

über einen

zweiwöchigen Arbeitseinsatz in der Nähe von Florenz.

Von

Dr. Dietmar Eisenhammer

Im August 2007 war ich als älterer Freiwilliger von fast 64 Jahren für 14 Tage in einem italienischen Baucamp in Vicchio, einem Dorf mit knapp 800 Einwohnern 25 km nordöstlich von Florenz. Landschaftlich reizvoll inmitten der Toskana gelegen.

Auf Vermittlung des Internationalen Bauordens (IBO), für Deutschland mit Sitz in Worms/Rheinland-Pfalz, waren 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmer(8 weibliche sowie 2 männliche Jugendliche und Erwachsene) aus Belgien, Deutschland und Italien damit beschäftigt, ein seit fast 30 Jahren aufgelassenes landwirtschaftliches Anwesen mit zwei Gebäuden von Grund auf zu renovieren.

Der Verein „Le Case“ als Projektträger wird nämlich das bestehende Zentrum für Schulung und Forschung zu sozialer Verantwortung und nachhaltiger Entwicklung von einem anderen Ort nach Vicchio verlegen. Das Vorhaben wird von zwei Familien geleitet und soll auch Menschen Unterkunft bieten, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden.


Dietmar Eisenhammer bei der Arbeit


Mein Arbeitseinsatz im Baucamp war körperlich sehr anstrengend. Die Arbeit wurde vom Projekleiter in unterschiedlicher Weise auf die jeweiligen Personen als Gruppe oder auf Einzelne immer wieder wechselnd verteilt. Jung und Alt verrichteten so gemeinsam die gleiche Arbeit. Ich leistete vor allem Bau-,Umzugs-, Küchen- und Reinigungsdienste. So z.B. musste Bauschutt abtransportiert und an anderer Stelle verfüllt werden. Dann hob ich Abflussgräben für den Regen an den Strassenrändern aus.

Baumaterial musste von einem Ort zum anderen ein- und ausgeladen werden. Beim Transport von schweren Umzugsgütern legte ich Hand an. Ferner half ich beim Abbruch von Gebäuden mit. Säuberungsarbeiten in den unterschiedlichen Einrichtungen standen für mich auf der Tagesordnung.

Hinzu kam der Küchendienst beim Vorbereiten der Mahlzeiten mit anschliessenden Reinigungs- und Aufräumarbeiten.

Um die Verpflegung kümmerten sich weitgehend in hervorragender Weise die beiden italienischen Familien. Die Mahlzeiten waren sehr geschmackvoll zubereitet. Das Gemeinschaftsessen mit manchmal 30 Personen von Bekannten und Freunden einschliesslich ihrer Kinder war ein Erlebnis italienischer Kultur von ganz einmaliger Art. Ich fühlte mich immer eingebunden in eine grosse Familie. Hinzu kam die ausgezeichnete Atmosphäre mit den jugendlichen Teilnehmern des Baucamps.


Gruppenbild


Gesprochen wurde englisch, französisch, deutsch und italienisch. Die Gelegenheiten für mich, meine Italienisch-Kenntnisse wieder aufzufrischen, waren hervorragend. Durch dieses herrliche und positive Gemeinschaftserlebnis konnte ich die Strapazen der Arbeit sehr schnell vergessen. Ich bin froh und glücklich, dies alles erlebt zu haben.

Gearbeitet wurden täglich 7 – 8 Stunden. Das Wochenende und ein weiterer halber Tag waren arbeitsfrei und dienten der Erhohlung und Regenerierung. Ausflüge in die nähere Umgebung sowie von Florenz standen dabei mit auf dem Programm.
Für die Unterkunft war im aufgelassenen landwirtschaftlichen Anwesen gesorgt. Die Zimmer waren den Umständen entsprechend einfach eingerichtet. Als Gruppenunterkunft dienten zwei Räume. Ich hatte jedoch durch einen glücklichen Umstand mein eigenes Refugium. Die sanitären Einrichtungen entsprachen den Grundbedürfnissen. Dieses doch alles in allem
gewöhnungsbedürftige Wohn-Umfeld war für mich als „pflegeleichter Älter Freiwilliger“ überhaupt kein Problem.

Um an diesem italienischen Baucamp des Internationalen Bauordens teilnehmen zu können, sind 80,-- EURO Anmeldegebühr zu entrichten. Für die deutschen Teilnehmer wird von IBO-Deutschland eine Unfall- und Haftplichtversicherung abgeschlossen. Die Reisekosten sind selbst zu übernehmen. Der Internationale Bauorden gewährt jedoch nach Abschluss des Arbeitseinsatzes einen Reisekostenzuschuss in Höhe von 50,-- EURO.

Montag, 20. August 2007

Bericht aus Biancavilla, Italien

Susanne schreibt über ihr Baucamp in Biancavilla auf Sizilien:


"die zeit in catania/biancavilla war unglaublich toll, spannend, lustig, schön, anstrengend, unterhaltsam ... die zwei wochen vergingen viel zu schnell und es viel mir wirklich schwer die familie, die baustelle und die anderen teilnehmer zu verlassen. es klingt vielleicht komisch, aber irgendwie ist mir in den wenigen tagen alles sehr ans herz gewachsen!!

natürlich gab es auch momente, in denen ich nicht voll zufrieden war. z.b. waren die männer sehr darauf bedacht, uns frauen alle schwere arbeit abzunehmen. anfangs durften wir kaum einen voll beladenen eimer tragen, steine oder sonstige dinge. stattdessen mussten wir die "leichteren" aufräumarbeiten übernehmen. nach zwei, drei tagen hatten aber alle eingesehen, dass man uns nicht schonen musste und wir tatsächlich richtig mit anpacken konnten.
:-)

unterkunft und verpflegung waren besser als ich erwartet hatte. die erste woche wohnten wir zusammen mit der familie in deren haus in catania, von wo aus wir jeden morgen mit sergio zur baustelle aufbrachen um abends fix und fertig wieder zurückzukommen. nachdem die gesamte mannschaft durch ausruhen und duschen wieder hergestellt war, versorgte uns carmela mit reichlich leckerem und abwechslungsreichem essen.

anschließend hatten wir gerade noch kraft um beim spülen zu helfen und ein letztes mal das badezimmer aufzusuchen, bevor wir in die betten fielen. in der zweiten woche zogen wir mit der ganzen familie auf die baustelle nach biancavilla. dort waren schlafzimmer, bad und küche zwar nur provisorisch, aber ausreichend eingerichtet um dort nicht nur zu arbeiten, sondern auch zu wohnen.


für mich war die zeit im baucamp auf sizilien eine einzigartige erfahrung, die ich nicht missen möchte!! vielen, vielen dank an das gesamte bauorden-team für die möglichkeit auf diesem weg anderen menschen zu helfen und einen kleinen einblick in deren kultur und mentalität zu bekommen."



Bis zum 26. August arbeitet noch eine zweite Gruppe von Bauordensfreiwilligen aus Belgien, Tschechien, Deutschland und Italien in dem generationenübergreifenden Wohnprojekt.