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Dienstag, 10. Februar 2009

Von Turnübungen und Überfütterung

„Was machen acht erwachsene junge Menschen in dieser äußerst seltsamen Pose?“ wird sich wohl so mancher beim Anblick dieses Bildes fragen.



Es handelt sich hier weder um ein Baulager, noch um einen Akrobatikkurs. Dies ist eine Übung, die wir während des On-arrival-trainings vom 28.01.-01.02.2009 für Freiwillige in Bulgarien gemacht haben. Teilgenommen haben acht Freiwillige, die sechs bis zwölf Monate in verschiedenen Projekten und Vereinen in verschiedenen Städten in Bulgarien arbeiten. Dabei waren zwei Deutsche, eine Estin, ein Franzose, drei Italiener und ein Tscheche.

Zusammen haben wir fünf Tage lang im Hotel „Famous House“ im Zentrum von Plovdiv, der zweitgrößten Stadt Bulgariens, gewohnt und gearbeitet. Jeden Tag gab es vier große Arbeitseinheiten, in denen über Freiwilligendienste allgemein, EVS im Besonderen, Rechte und Pflichten, Organisatorisches wie Versicherung und Probleme und ihre Lösungen gesprochen haben. Es gab hitzige Diskussionen, abwechslungsreiche Spiele und zwischendrin viel zu viel zu Essen…


Eine Arbeitsgruppe während des Seminars

Plovdiv ist die zweitgrößte Stadt Bulgariens und ist eine der ältesten Städte Europas. So gibt es heute noch eine wunderschöne Altstadt mit einem römischen Amphitheater. Von einem Hügel der Altstadt hat man eine weite Aussicht auf die gesamte Stadt und die umliegenden Hügel. Am Samstagnachmittag haben wir einen Ausflug zum Kloster von Bachkovo gemacht. Dieses Kloster ist eines der ältesten und größten ostorthodoxen Klöster in Europa. Es liegt malerisch in den Bergen, etwa eine halbe Stunde von Plovdiv entfernt.


Das römische Theater


Die Altstadt in Plovdiv

Falls ihr jetzt Lust auf Bulgarien bekommen habt - im Sommer wird es zwei Baucamps in der Nähe von Burgas geben…

Mittwoch, 28. Januar 2009

Als Freiwillige in Burgas, Bulgarien

Astrid berichtet über ihren europäischen Freiwilligendienst bei unserer bulgarischen Partnerorganisation FAR.



Seit September 2008 arbeite ich als Freiwillige beim Verein „FAR“ (Leuchtturm) für demokratische Bildung in Burgas. Burgas liegt im Südosten Bulgariens am Schwarzen Meer. In der Umgebung gibt es viele Badeorte und im Sommer ist Burgas eines der großen Touristenzentren. FAR veranstaltet hauptsächlich Seminare zu unterschiedlichen Themen für Jugendliche und Erwachsene. Jeden Monat findet ein Seminar statt. Außerdem nimmt FAR an verschiedenen bilateralen und multilateralen Begegnungen und Seminaren teil. Ein Beispiel ist die deutsch-bulgarische Schülerzeitungswerkstatt, die jedes Jahr eine Woche in Bulgarien und eine Woche in Deutschland stattfindet. Im Oktober habe ich die bulgarische Gruppe zu diesem Seminar nach Heppenheim begleitet. Und seit zwei Jahren organisiert FAR in Kooperation mit dem Bauorden Baucamps in Bulgarien.

Vorbereitungsseminar für die Schülerzeitungswerkstatt in Heppenheim

Und was ist meine Aufgabe bei FAR?
Ich arbeite mit meinen beiden Kolleginnen Violeta und Eli im Büro. Hier bereiten wir die Seminare vor und nach und organisieren alles um die Seminare und Austauschprogramme herum. Dazu gehört auch das Schreiben und Übersetzen von Berichten nach jedem Seminar. Jeden Freitag ist Tag der offenen Tür und jeder kann kommen, um sich zu informieren oder sich einfach ein bisschen zu unterhalten und auszutauschen. Außerdem habe ich während des Jahres hier die Möglichkeit ein eigenes Projekt durchzuführen. Ich plane gerade einen Fotowettbewerb für Jugendliche zum Thema „Kontraste - Tourismus in Bulgarien“ mit einer Ausstellung und Diskussion im Mai.

Weihnachtsfeier mit dem FAR-Team

Im Juli werden wahrscheinlich zwei Baucamps in Bulgarien stattfinden, die FAR koordinieren wird. Meine Aufgabe wird neben der Hilfe bei der Organisation wahrscheinlich vor allem die Leitung der Camps inklusive des Dolmetschens zwischen den bulgarischen Fachkräften und den ausländischen Freiwilligen sein. Natürlich werde ich auch bei den Renovierungsarbeiten helfen…
Beim nächsten Mal mehr über meinen Alltag und aktuelle Ereignisse. Bis bald.

Donnerstag, 29. Mai 2008

Kinderheim in neuem Glanz

Bauorden-Geschäftsführer und SPD-Politiker reisen nach Bulgarien


HORCHHEIM Über Projekte des Jugendaustauschs und die soziale Lage in Bulgarien informierten sich Peter Runck, Geschäftsführer des Internationalen Bauordens, und der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Hagemann auf ihrer Reise.

Von Ulrike Schäfer

Eine ganze Abiturientenklasse saß im Flugzeug nach Burgas, um die bestandene Prüfung am Sonnenstrand zu feiern: die Schwarzmeerküste lockt die meisten Urlauber nach Bulgarien. Der Bundestagsabgeordnete Klaus Hagemann (SPD), der mit Ehefrau Lilo und Peter Runck, Geschäftsführer des Internationalen Bauordens (IBO), für drei Tage nach Bulgarien flog, hatte indessen andere Ziele. Er wollte sich anhand ausgewählter Beispiele einen Überblick über die soziale Situation in Bulgarien verschaffen und den Weg für einen gezielten Jugendaustausch ebnen.


Bereits im letzten Jahr hatte eine internationale Gruppe von Freiwilligen des IBO in Sredets, einer Verbandsgemeinde mit 17000 Einwohnern südöstlich von Burgas, ein Kinderheim renoviert, in dem 60 Kinder betreut werden.


Ein Projekt des Bauordens machte es möglich: Das Kinderheim von Sredets, einer bulgarischen Verbandsgemeinde, wurde renoviert - und die Kinder strahlen.Foto: Ulrike Schäfer


Beim Besuch dort lobt die Leiterin des Jugendamts die jungen Leute über den grünen Klee: "Sie haben viel geleistet, aber fast noch mehr haben wir davon profitiert, dass sie sich in ihrer Freizeit so liebevoll um die Kinder gekümmert haben."

Die Kontaktperson für den Bauorden in Bulgarien ist Violeta Kyoseva, Gründerin und Vorsitzende der Organisation FAR (Gesellschaft für demokratische Erziehung). Seit 15 Jahren knüpft sie Netzwerke. Der Besuch aus Deutschland ist eine gute Gelegenheit, ihr Anliegen erneut zu formulieren. Nicht nur Todor Prokyov, der Bürgermeister von Sredets, gibt sich denn auch sehr aufgeschlossen, auch Lyubomir Panteleev, Gouverneur des Oblasts Burgas, der größten Hafen- und Handelsstadt im Südosten Bulgariens, einige Abgeordnete aus der Region und nicht zuletzt der Bürgermeister der Stadt nehmen sich Zeit für Gespräche mit Klaus Hagemann und Peter Runck. Dabei kommt neben allgemeinpolitischen Themen auch der europäische Jugendaustausch zur Sprache. Bereits drei Jugendliche aus Burgas haben ein Freiwilliges Jahr beim Bauorden in Worms gemacht und bei einem Praktikum in Klaus Hagemanns Büro in Berlin wichtige Eindrücke mitgenommen, wie Györgi, der jetzt Sozialpädagogik studiert, um Kindern in seiner Heimat zu helfen.

Violeta Kyoseva und Peter Runck klopfen kurz vorm Abflug noch mehrere Arbeitseinsätze vor Ort fest und tauschen letzte Informationen über das Baucamp in Schwerin aus, an dem drei Schülerinnen der Goethe-Schule von Burgas teilnehmen. Dass großes Interesse am Austausch mit Deutschland besteht, wird im Gespräch mit Schülern dieses deutschsprachigen Gymnasiums deutlich. Viele von ihnen wollen - wie derzeit 15000 andere junge Bulgaren - in Deutschland studieren und eines der europäischen Austauschprogramme in Anspruch nehmen. "Lasst euch den Wind fremder Länder um die Nase wehen!", werden sie von Klaus Hagemann ermuntert, "aber kehrt dann wieder nach Bulgarien zurück und krempelt die Ärmel hoch."

Wormser Zeitung, 29. Mai 2008