Von ihrem Baucamp in Dacia im Oktober dieses Jahres brachte Sarah Quast einen Video-Clip mit, den sie dem Bauorden freundlicherweise zur Verfügung stellte. Der Bauorden arbeitet seit einigen Jahren in Dacia mit dem deutsch-rumänischen Verein Copiii Europei (Kinder Europas) zusammen, der als Initiativgruppe für Hilfsgüterlieferungen entstand und sich heute in zahlreichen sozialen Projekten engagiert. Die ökumenische Organisation vermittelt Freiwillige an soziale Einrichtungen in Rumänien und baut das ehemalige evangelische Pfarrhaus der Gemeinde Dacia in ein Jugendbegegnungs- und Bildungszentrum um. In Dacia lebten bis Mitte der 1980iger Jahre überwiegend Siebenbürger Sachsen. Nach ihrer Auswanderung standen viele Häuser leer und verfielen, auch das evangelische Pfarrhaus. Die IBO-Freiwilligen haben sich wie schon im letzten Jahr an der Instandsetzung des Gebäudes beteiligt und einen Schulraum für Romakinder renoviert.
Dienstag, 3. November 2009
Montag, 12. Oktober 2009
Aus Barackensiedlung entsteht Grünanlegersiedlung
Bauorden saniert Sozialwohnungen in Grünangersiedlung.
Es war ein gewaltiger öffentlicher Sinneswandel, der aus der Barackensiedlung am Grünanger die Holzhaus-Siedlung machte. Vor wenigen Jahren noch wollte man die Häuser schleifen und durch eine mächtige Wohnsiedlung ersetzen. Heute weiß man um den Wert, den die Siedlung für die rund 120 sozial schwachen Menschen hat. Und dieser Wert wird gepflegt - und nötigenfalls saniert. So wie jetzt ein 47 Quadratmeter kleines Haus, das vom Bauorden von Grund auf renoviert wird.
"Eigentlich ist es eine Abbruchhütte", lacht Wilfried Stummer vom Bauorden, "aber nach der Renovierung hält es sicher wieder 20 Jahre." Sieben Freiwillige aus ganz Europa, großteils Studenten, sind über den Bauorden - der Verein hilft Sozialprojekten durch unentgeltlichen Baueinsatz - nach Graz gekommen, um kräftig in die Hände zu spucken. Eine Sanitärzelle wird eingebaut, Wand- und Deckenverkleidung komplett erneuert, Bodenbeläge neu verlegt und, und, und. "Dabei kommen wir mit rund 10.000 Euro aus", so Stummer.
Für Wohnungsstadträtin Elke Kahr, die die Materialkosten zahlt, ein enorm wichtiges Projekt: "Die Menschen hier wissen es zu schätzen. Sie gehen nach der Sanierung ganz anders mit der Wohnung um - und auch mit sich selbst. Sie werden wieder aktiver und bekommen neuen inneren Antrieb."
Es war ein gewaltiger öffentlicher Sinneswandel, der aus der Barackensiedlung am Grünanger die Holzhaus-Siedlung machte. Vor wenigen Jahren noch wollte man die Häuser schleifen und durch eine mächtige Wohnsiedlung ersetzen. Heute weiß man um den Wert, den die Siedlung für die rund 120 sozial schwachen Menschen hat. Und dieser Wert wird gepflegt - und nötigenfalls saniert. So wie jetzt ein 47 Quadratmeter kleines Haus, das vom Bauorden von Grund auf renoviert wird.
"Eigentlich ist es eine Abbruchhütte", lacht Wilfried Stummer vom Bauorden, "aber nach der Renovierung hält es sicher wieder 20 Jahre." Sieben Freiwillige aus ganz Europa, großteils Studenten, sind über den Bauorden - der Verein hilft Sozialprojekten durch unentgeltlichen Baueinsatz - nach Graz gekommen, um kräftig in die Hände zu spucken. Eine Sanitärzelle wird eingebaut, Wand- und Deckenverkleidung komplett erneuert, Bodenbeläge neu verlegt und, und, und. "Dabei kommen wir mit rund 10.000 Euro aus", so Stummer.
Für Wohnungsstadträtin Elke Kahr, die die Materialkosten zahlt, ein enorm wichtiges Projekt: "Die Menschen hier wissen es zu schätzen. Sie gehen nach der Sanierung ganz anders mit der Wohnung um - und auch mit sich selbst. Sie werden wieder aktiver und bekommen neuen inneren Antrieb."
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Freitag, 9. Oktober 2009
Projekt "Grenzüberschreitender Park Prespa" in Albanien
An einem Baucamp in Gorica (Albanien) hat Susann Thiele, Mitarbeiterin in der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH, vom 30. August bis 13. September 2009 teilgenommen. Sie erfuhr davon durch eine Broschüre, die dem EUROPE DIRECT- Informationszentrum Erzgebirge zugegangen war. „Da ich sehr offen für neue Dinge bin, habe ich mit Interesse darin gelesen. Als ich dann noch sah, dass ein solches Camp auch in Albanien stattfindet, habe ich nicht lange überlegt. Ich habe gleich per E-Mail beim Bauorden angefragt und etwa eine Woche später hatte ich den Teilnahmeplatz, worüber ich mich natürlich riesig gefreut habe.“

Das Projekt „Grenzüberschreitender Park Prespa“ liegt an der Grenze zwischen Mazedonien, Griechenland und Albanien; eine Region, die über Jahrzehnte unter Konflikten litt, die aber gleichzeitig über eine unschätzbare Landschaft und kulturelles Erbe verfügt. Ziel des Projektes ist, eine nachhaltige Entwicklung in den Nationalparks entlang der Grenze unter Beachtung des Umweltschutzes und eines nachhaltigen Tourismus zu fördern. In dem 2 Wochen dauernden Aufenthalt wurde an die Arbeiten der ersten Gruppe (16.-29.08.2009) angeknüpft. Ziel war die Errichtung eines Besucherzentrums für Touristen und Einheimische. Da das dafür vorgesehene Haus lange nicht benutzt und deshalb in einem schlechten Zustand vorgefunden wurde, mussten viele grundlegende Bauarbeiten durchgeführt werden, wobei Sanierungsarbeiten und Malerarbeiten vorrangig waren. Hinzu kamen Gartenarbeit, das Reinigen und Einräumen der Zimmer sowie die Einrichtung eines Ausstellungsraumes mit alten Handwerks- und Alltagsgegenständen. Ergänzt wurde dieser durch Schaubilder von Pflanzen des Nationalparks sowie einheimische, selbst hergestellte Produkte. Das Haus bietet nun ebenfalls Möglichkeiten für Veranstaltungen, Treffen und auch Betten für Übernachtungen stehen zur Verfügung.
Gearbeitet wurde etwa 8 Stunden täglich, mal mehr, mal weniger, je nachdem, wie dringlich Arbeiten verrichtet werden mussten und welches Material zur Verfügung stand. Die Gruppe bestand aus 7 Personen (leider hat ein Teilnehmer krankheitsbedingt kurzfristig absagen müssen) im Alter von 18-28 Jahren, davon waren 2 aus Deutschland und 5 aus Belgien. Als Arbeitssprache wurde Englisch gewählt, was für alle Teilnehmer unproblematisch war. Der gegenseitige Austausch zur deutschen und flämischen Sprache war jedoch unumgänglich und für alle sehr aufschlussreich. Die Kommunikation innerhalb der Gruppe war sehr ungezwungen und gemeinsame Themen wie Filme, Musik und Reisen wurden schnell gefunden.

Die Unterbringung der Teilnehmer erfolgte in Gastfamilien, so dass jede/r in einer anderen Familie wohnte. Das tägliche Abendessen wurde von allen zusammen bei den jeweiligen Gasteltern eines Teilnehmers eingenommen, so dass am Ende der zwei Wochen jeder Teilnehmer die Gasteltern der gesamten Gruppe kannte und umgekehrt auch die Gasteltern jeden Teilnehmer kennen lernen konnten. Dadurch gewann man einen guten Einblick in das alltägliche Leben, Wohnen und das persönliche Umfeld der Bevölkerung vor Ort.
„Ich würde auf alle Fälle wieder an einem Baucamp teilnehmen. Nicht gleich in den nächsten 3 Monaten, aber im nächsten Sommer eventuell. Wenn es ein interessantes Projekt gibt – und da bin ich mir sicher - werde ich mich mit Sicherheit wieder bewerben. Ich kann das nur jedem empfehlen, der sich gern einmal sozial engagieren möchte und dabei auch praktisch etwas tun will. Man arbeitet in einer jungen weltoffenen Gruppe zusammen und lernt sowohl Land als auch Menschen, die Küche sowie Tradition und Kultur des Landes kennen – eine gelungene Mischung.“
Susann Thieles Verbundenheit zu Albanien kommt nicht von irgendwoher: bereits drei Mal hat sie das Land besucht. Im Oktober 2004 und im April 2005 war sie jeweils für 10 Tage auf Exkursion in Nord- und Südalbanien, zusammen mit Studenten und Dozenten der Universität Bamberg. „Aufgrund der vielen spannenden Eindrücke und tollen Erfahrungen dort habe ich dann ein halbes Jahr später beschlossen, meine Diplomarbeit einem Thema zu Albanien zu widmen. Und bereits im Frühjahr 2006 habe ich dann 3 Monate in Tirana gelebt – eine Zeit, die ich niemals vergessen werde. Auch wenn vieles anders läuft und nicht ganz so strukturiert und organisiert ist wie in Deutschland, bin ich dennoch zufrieden zurück nach Deutschland geflogen und habe dort meine Abschlussarbeit zu Ende geschrieben.“
aus: Newsletter, Europe direct Erzgebirge
Fotos (3): Susann Thiele
Das Projekt „Grenzüberschreitender Park Prespa“ liegt an der Grenze zwischen Mazedonien, Griechenland und Albanien; eine Region, die über Jahrzehnte unter Konflikten litt, die aber gleichzeitig über eine unschätzbare Landschaft und kulturelles Erbe verfügt. Ziel des Projektes ist, eine nachhaltige Entwicklung in den Nationalparks entlang der Grenze unter Beachtung des Umweltschutzes und eines nachhaltigen Tourismus zu fördern. In dem 2 Wochen dauernden Aufenthalt wurde an die Arbeiten der ersten Gruppe (16.-29.08.2009) angeknüpft. Ziel war die Errichtung eines Besucherzentrums für Touristen und Einheimische. Da das dafür vorgesehene Haus lange nicht benutzt und deshalb in einem schlechten Zustand vorgefunden wurde, mussten viele grundlegende Bauarbeiten durchgeführt werden, wobei Sanierungsarbeiten und Malerarbeiten vorrangig waren. Hinzu kamen Gartenarbeit, das Reinigen und Einräumen der Zimmer sowie die Einrichtung eines Ausstellungsraumes mit alten Handwerks- und Alltagsgegenständen. Ergänzt wurde dieser durch Schaubilder von Pflanzen des Nationalparks sowie einheimische, selbst hergestellte Produkte. Das Haus bietet nun ebenfalls Möglichkeiten für Veranstaltungen, Treffen und auch Betten für Übernachtungen stehen zur Verfügung.
Gearbeitet wurde etwa 8 Stunden täglich, mal mehr, mal weniger, je nachdem, wie dringlich Arbeiten verrichtet werden mussten und welches Material zur Verfügung stand. Die Gruppe bestand aus 7 Personen (leider hat ein Teilnehmer krankheitsbedingt kurzfristig absagen müssen) im Alter von 18-28 Jahren, davon waren 2 aus Deutschland und 5 aus Belgien. Als Arbeitssprache wurde Englisch gewählt, was für alle Teilnehmer unproblematisch war. Der gegenseitige Austausch zur deutschen und flämischen Sprache war jedoch unumgänglich und für alle sehr aufschlussreich. Die Kommunikation innerhalb der Gruppe war sehr ungezwungen und gemeinsame Themen wie Filme, Musik und Reisen wurden schnell gefunden.
Die Unterbringung der Teilnehmer erfolgte in Gastfamilien, so dass jede/r in einer anderen Familie wohnte. Das tägliche Abendessen wurde von allen zusammen bei den jeweiligen Gasteltern eines Teilnehmers eingenommen, so dass am Ende der zwei Wochen jeder Teilnehmer die Gasteltern der gesamten Gruppe kannte und umgekehrt auch die Gasteltern jeden Teilnehmer kennen lernen konnten. Dadurch gewann man einen guten Einblick in das alltägliche Leben, Wohnen und das persönliche Umfeld der Bevölkerung vor Ort.
„Ich würde auf alle Fälle wieder an einem Baucamp teilnehmen. Nicht gleich in den nächsten 3 Monaten, aber im nächsten Sommer eventuell. Wenn es ein interessantes Projekt gibt – und da bin ich mir sicher - werde ich mich mit Sicherheit wieder bewerben. Ich kann das nur jedem empfehlen, der sich gern einmal sozial engagieren möchte und dabei auch praktisch etwas tun will. Man arbeitet in einer jungen weltoffenen Gruppe zusammen und lernt sowohl Land als auch Menschen, die Küche sowie Tradition und Kultur des Landes kennen – eine gelungene Mischung.“
Susann Thieles Verbundenheit zu Albanien kommt nicht von irgendwoher: bereits drei Mal hat sie das Land besucht. Im Oktober 2004 und im April 2005 war sie jeweils für 10 Tage auf Exkursion in Nord- und Südalbanien, zusammen mit Studenten und Dozenten der Universität Bamberg. „Aufgrund der vielen spannenden Eindrücke und tollen Erfahrungen dort habe ich dann ein halbes Jahr später beschlossen, meine Diplomarbeit einem Thema zu Albanien zu widmen. Und bereits im Frühjahr 2006 habe ich dann 3 Monate in Tirana gelebt – eine Zeit, die ich niemals vergessen werde. Auch wenn vieles anders läuft und nicht ganz so strukturiert und organisiert ist wie in Deutschland, bin ich dennoch zufrieden zurück nach Deutschland geflogen und habe dort meine Abschlussarbeit zu Ende geschrieben.“
aus: Newsletter, Europe direct Erzgebirge
Fotos (3): Susann Thiele
Donnerstag, 8. Oktober 2009
Helfer aus drei Kontinenten
Brenkhausen . Seit 15 Jahren wird das alte Klostergebäude in Brenkhausen renoviert. In den letzten zwei Wochen durfte sich Bischof Anba Damian über internationale, tatkräftige und ehrenamtliche Unterstützung freuen. Freiwillige aus drei Kontinente waren im koptisch-orthodoxen Männerkloster zu Gast, um die Ruine auf Vordermann zu bringen.
Organisiert wurde die Hilfe durch den Internationalen Bauorden, über den sich die potenziellen Helfer für ein Projekt anmelden können. In der Regel nehmen an diesen Arbeiten Studenten teil, aber in Brenkhausen hat sogar eine Rentnerin eifrig mitgeholfen. Svetla Kaniss, die in Würzburg lebt und pensionierte Architektur-Technikerin ist, hatte sich zum ersten Mal für die unentgeltliche Arbeit angemeldet. "Für mich ist das eine ganz neue Erfahrung. Ich bin völlig begeistert", erzählte die Würzburgerin. "In so einer Ruine habe ich noch nie gearbeitet" sagte die gebürtige Bulgarin, für die auch die Arbeitsmaterialien neu waren.
Das Kloster wird ganz in ägyptischer Tradition mit Lehm verputzt. "Das Wasser für den Lehmmischung wurde extra aus dem anliegenden Bach geholt", erzählt Bischof Anba Damian, der sich begeistert über die Einsatzfreude der fleißigen Helfer zeigte.
Koordiniert wurden die Arbeiten von der Höxteraner Firma Robrecht. "Die haben uns immer neue Aufgaben erteilt, die wir dann aber selbständig ausgeführt haben", erzählt Steffen Klemer, der in Göttingen Physik studiert.
Auch die anderen Studenten haben nichts direkt mit der Baubranche zu tun. Für Ekatarina Kuzmina und Olga Tsygankova aus Russland dient der Arbeitseinsatz in Deutschland auch als Sprachreise.Beide studieren in ihrer Heimat Deutsch auf Lehramt.
Auch die Heimat der Kopten war in Brenkhausen vertreten. Eine Gruppe von jungen Männern aus Ägypten war auch täglich acht Stunden im Einsatz und sorgte zudem für das Essen am Mittag.
40 Wochenstunden schufteten die Helfer von Montag bis Freitag. Am Wochenende hatten sie frei und erfreuten sich an den Gastgeberqualitäten des Bischofs.
"Wir durften sogar mit auf eine koptische Hochzeit in Hannover", erzählte Steffen Klemer.
von Thorsten Wegner
aus: Neue Westfälische, Höxter Kreiszeitung, 29. September 2009
Fotos (3): kna
Organisiert wurde die Hilfe durch den Internationalen Bauorden, über den sich die potenziellen Helfer für ein Projekt anmelden können. In der Regel nehmen an diesen Arbeiten Studenten teil, aber in Brenkhausen hat sogar eine Rentnerin eifrig mitgeholfen. Svetla Kaniss, die in Würzburg lebt und pensionierte Architektur-Technikerin ist, hatte sich zum ersten Mal für die unentgeltliche Arbeit angemeldet. "Für mich ist das eine ganz neue Erfahrung. Ich bin völlig begeistert", erzählte die Würzburgerin. "In so einer Ruine habe ich noch nie gearbeitet" sagte die gebürtige Bulgarin, für die auch die Arbeitsmaterialien neu waren.
Das Kloster wird ganz in ägyptischer Tradition mit Lehm verputzt. "Das Wasser für den Lehmmischung wurde extra aus dem anliegenden Bach geholt", erzählt Bischof Anba Damian, der sich begeistert über die Einsatzfreude der fleißigen Helfer zeigte.
Koordiniert wurden die Arbeiten von der Höxteraner Firma Robrecht. "Die haben uns immer neue Aufgaben erteilt, die wir dann aber selbständig ausgeführt haben", erzählt Steffen Klemer, der in Göttingen Physik studiert.
Auch die anderen Studenten haben nichts direkt mit der Baubranche zu tun. Für Ekatarina Kuzmina und Olga Tsygankova aus Russland dient der Arbeitseinsatz in Deutschland auch als Sprachreise.Beide studieren in ihrer Heimat Deutsch auf Lehramt.
Auch die Heimat der Kopten war in Brenkhausen vertreten. Eine Gruppe von jungen Männern aus Ägypten war auch täglich acht Stunden im Einsatz und sorgte zudem für das Essen am Mittag.
40 Wochenstunden schufteten die Helfer von Montag bis Freitag. Am Wochenende hatten sie frei und erfreuten sich an den Gastgeberqualitäten des Bischofs.
"Wir durften sogar mit auf eine koptische Hochzeit in Hannover", erzählte Steffen Klemer.
von Thorsten Wegner
aus: Neue Westfälische, Höxter Kreiszeitung, 29. September 2009
Fotos (3): kna
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Koptisches Koster
Montag, 24. August 2009
Baucamp in der Kirche
Wenn es um ihre Kirchen geht, überlässt Klettbachs Pastorin Charlotte Weber höchst ungern etwas dem Zufall. Doch genau dieser kam ihr für das derzeit aufwendigste Projekt, die neue Innenausmalung des Klettbacher Gotteshauses zu Hilfe. Denn nur dank der Weimarer Ehrenamtsagentur erfuhr sie vom Bauorden.
KLETTBACH. Leandra und Nadja studieren in Weimar Architektur, Alexander kommt aus Mannheim, ist gelernter Landschaftsgärtner und absolviert derzeit ein freiwilliges ökologisches Jahr. Augostino, genannt Ago, kommt aus Italien und studiert wie die junge Russin Anastasia Psychologie. Levent ist Bulgare, Naira Georgierin, Yang ein junger Chinese, der in Coburg studiert und Bauingenieur werden will. Zusammengeführt hat sie und ebenso Katja, Tamara und Wladimir der Bauorden Deutschland, ein Zweig des Internationalen Bauordens. Dieser organisiert seit 50 Jahren Jugendbegegnungen, Friedensdienste und Hilfsprojekte in ganz Europa. Und - hier kommt die Kirche Klettbach ins Spiel - er unterstützt soziale, kirchliche und gemeinnützige Einrichtungen durch Bau- und Renovierungsarbeiten. Und genau solche erledigten Leandra, Nadja, Ago und ihre Mitstreiter in den vergangenen 14 Tagen in der Klettbacher Kirche. Unentgeltlich versteht sich, Unterkunft und Verpflegung sind jedoch gratis. Da wurden im Kirchenschiff Holzwände, die Decken der Emporen und sämtliche Bänke geschliffen, von alter Farbe befreit und mit einem neuen Anstrich versehen, der eine ganz neue Helligkeit ins Gotteshaus brachte. "Wir hatten viel Spaß miteinander, bei der Arbeit und nach Feierabend", verriet der junge Malertrupp gestern ohne Zögern. Und: „Das ganze Dorf hat uns umsorgt. Wir hatten jeden Tag Kuchen und warmes Mittagessen sowieso. Wir wurden zum Einkaufen gefahren und zum Baden." Für Fußballfan Alexander ganz wichtig: "Obwohl es in der alten Schule, wo wir übernachten, keinen Fernseher gibt, konnte ich meine Fußballspiele anschauen." Ausflüge führten die "super Truppe", so O-Ton Leandra, nach Weimar und Erfurt. Das mit der "super Truppe" bestätigt Pastorin Charlotte Weber nur zu gern. Sie ist natürlich nicht die einzige, die in Klettbach überglücklich über die Fortschritte ist, die in den letzten 14 Tagen dank des Bauordens und der jungen Leute aus sechs Ländern bei der Innensanierung der Kirche erreicht wurden. Und das ohne tiefen Griff in die Baukasse. Denn auch der Altar harrt noch seiner Restaurierung, die aber in Hände eines Fachmannes gegeben werden muss. Apropos Hände. "Die Pastorin hält beide Hände über uns", meinte gestern Nadja ganz stolz. Das wird mit Sicherheit so bleiben, auch wenn sich die jungen von Klettbach und seiner Kirche wieder verabschieden.
aus: Thüringer Allgemeine, 21. August 2009
KLETTBACH. Leandra und Nadja studieren in Weimar Architektur, Alexander kommt aus Mannheim, ist gelernter Landschaftsgärtner und absolviert derzeit ein freiwilliges ökologisches Jahr. Augostino, genannt Ago, kommt aus Italien und studiert wie die junge Russin Anastasia Psychologie. Levent ist Bulgare, Naira Georgierin, Yang ein junger Chinese, der in Coburg studiert und Bauingenieur werden will. Zusammengeführt hat sie und ebenso Katja, Tamara und Wladimir der Bauorden Deutschland, ein Zweig des Internationalen Bauordens. Dieser organisiert seit 50 Jahren Jugendbegegnungen, Friedensdienste und Hilfsprojekte in ganz Europa. Und - hier kommt die Kirche Klettbach ins Spiel - er unterstützt soziale, kirchliche und gemeinnützige Einrichtungen durch Bau- und Renovierungsarbeiten. Und genau solche erledigten Leandra, Nadja, Ago und ihre Mitstreiter in den vergangenen 14 Tagen in der Klettbacher Kirche. Unentgeltlich versteht sich, Unterkunft und Verpflegung sind jedoch gratis. Da wurden im Kirchenschiff Holzwände, die Decken der Emporen und sämtliche Bänke geschliffen, von alter Farbe befreit und mit einem neuen Anstrich versehen, der eine ganz neue Helligkeit ins Gotteshaus brachte. "Wir hatten viel Spaß miteinander, bei der Arbeit und nach Feierabend", verriet der junge Malertrupp gestern ohne Zögern. Und: „Das ganze Dorf hat uns umsorgt. Wir hatten jeden Tag Kuchen und warmes Mittagessen sowieso. Wir wurden zum Einkaufen gefahren und zum Baden." Für Fußballfan Alexander ganz wichtig: "Obwohl es in der alten Schule, wo wir übernachten, keinen Fernseher gibt, konnte ich meine Fußballspiele anschauen." Ausflüge führten die "super Truppe", so O-Ton Leandra, nach Weimar und Erfurt. Das mit der "super Truppe" bestätigt Pastorin Charlotte Weber nur zu gern. Sie ist natürlich nicht die einzige, die in Klettbach überglücklich über die Fortschritte ist, die in den letzten 14 Tagen dank des Bauordens und der jungen Leute aus sechs Ländern bei der Innensanierung der Kirche erreicht wurden. Und das ohne tiefen Griff in die Baukasse. Denn auch der Altar harrt noch seiner Restaurierung, die aber in Hände eines Fachmannes gegeben werden muss. Apropos Hände. "Die Pastorin hält beide Hände über uns", meinte gestern Nadja ganz stolz. Das wird mit Sicherheit so bleiben, auch wenn sich die jungen von Klettbach und seiner Kirche wieder verabschieden.
aus: Thüringer Allgemeine, 21. August 2009
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Sonntag, 23. August 2009
Internationale Hilfe für Wildpark
Ausländische Studenten bauen Fundament für Schafstall - 4000 Euro gespart - Heute Heimreise
Über tatkräftige internationale Unterstützung haben sich die Mitarbeiter des Wildparks Rheingönheim in der ersten Monatshälfte gefreut. Zwei Wochen lang haben Studenten aus Asien und Europa auf Vermittlung des Internationalen Bauordens auf dem Gelände ihr Baucamp aufgeschlagen und fachkundig bei der Errichtung des neuen Schafgeheges mit angepackt.
„Das ist ganz schön anstrengend', meinen Mengahe, Yin und Huiyen. Gerade haben die beiden 21-jährigen Chinesinnen und ihre 27-jährige Kollegin aus Taiwan mit vereinten Kräften einen großen Schubkarren voll Aufschüttmaterial an die Stallböschung gekippt. „Aber es ist auch ein sehr spannendes Erlebnis', sind sich die drei, die in Coburg und Karlsruhe Architektur studieren, einig.
Genau wie die anderen Teilnehmer des Camps finden sie es wichtig, ihren zukünftigen Beruf nicht nur vom Reißbrett aus kennenzulernen sondern auch einmal nachzuempfinden, was Maurer, Zimmerleute und Dachdecker am Bau leisten. Außerdem mache die Arbeit im internationalen Team viel Spaß und die Atmosphäre im Park sei außergewöhnlich schön.
„Neue Leute kennenlernen und sich in den Ferien sinnvoll ehrenamtlich beschäftigen', waren auch für Kunststudentin Karen aus Gent und ihre beiden belgischen Landsleute Annelies und Bram die Motivation, sich für das Projekt zu bewerben.
Seit über 50 Jahren organisiert der Bauorden, der im Dezember 2008 seinen Sitz nach Ludwigshafen verlegte, internationale Jugendbegegnungen, Friedensdienste und Hilfsprojekte in Europa. „Es ist uns wichtig, dass junge Menschen sich freiwillig für das Gemeinwesen einsetzen', erläuterte Michael Schnatz, Verantwortlicher der Baucamps im Inland. Regelmäßig unterstützt die Vereinigung gemeinnützige Einrichtungen durch Bau- und Renovierungsarbeiten. Dass die Helfer ihr Lager im Wildpark aufgeschlagen hatten, um das Fundament des Unterstandes am neuen Schafstall zu errichten und den maroden Gehegezaun zu erneuern, freute auch Baudezernent Ernst Merkel, Bereichsleiterin Angela Wolter und Wildparkleiter Rainer Lehmann. „Ihr Einsatz ist für uns enorm viel wert', sagte Merkel bei seinem Dank an die elf fleißigen Praktikanten. Rund 4000 Euro seien so gespart worden. „Das ist für uns enorm viel Geld', lobte der Dezernent.
Den Einzug der Ouessant-Schafherde in ihre schöne neue Behausung wird der multinationale Bautrupp allerdings nicht mehr miterleben. Bereits heute schlagen die fleißigen Helfer ihr außergewöhnliches Ferienlager bei Luchs und Co. ab und kehren nach Hause zurück. (akri)
Aus der Rheinpfalz.
Über tatkräftige internationale Unterstützung haben sich die Mitarbeiter des Wildparks Rheingönheim in der ersten Monatshälfte gefreut. Zwei Wochen lang haben Studenten aus Asien und Europa auf Vermittlung des Internationalen Bauordens auf dem Gelände ihr Baucamp aufgeschlagen und fachkundig bei der Errichtung des neuen Schafgeheges mit angepackt.
„Das ist ganz schön anstrengend', meinen Mengahe, Yin und Huiyen. Gerade haben die beiden 21-jährigen Chinesinnen und ihre 27-jährige Kollegin aus Taiwan mit vereinten Kräften einen großen Schubkarren voll Aufschüttmaterial an die Stallböschung gekippt. „Aber es ist auch ein sehr spannendes Erlebnis', sind sich die drei, die in Coburg und Karlsruhe Architektur studieren, einig.
Genau wie die anderen Teilnehmer des Camps finden sie es wichtig, ihren zukünftigen Beruf nicht nur vom Reißbrett aus kennenzulernen sondern auch einmal nachzuempfinden, was Maurer, Zimmerleute und Dachdecker am Bau leisten. Außerdem mache die Arbeit im internationalen Team viel Spaß und die Atmosphäre im Park sei außergewöhnlich schön.
„Neue Leute kennenlernen und sich in den Ferien sinnvoll ehrenamtlich beschäftigen', waren auch für Kunststudentin Karen aus Gent und ihre beiden belgischen Landsleute Annelies und Bram die Motivation, sich für das Projekt zu bewerben.
Seit über 50 Jahren organisiert der Bauorden, der im Dezember 2008 seinen Sitz nach Ludwigshafen verlegte, internationale Jugendbegegnungen, Friedensdienste und Hilfsprojekte in Europa. „Es ist uns wichtig, dass junge Menschen sich freiwillig für das Gemeinwesen einsetzen', erläuterte Michael Schnatz, Verantwortlicher der Baucamps im Inland. Regelmäßig unterstützt die Vereinigung gemeinnützige Einrichtungen durch Bau- und Renovierungsarbeiten. Dass die Helfer ihr Lager im Wildpark aufgeschlagen hatten, um das Fundament des Unterstandes am neuen Schafstall zu errichten und den maroden Gehegezaun zu erneuern, freute auch Baudezernent Ernst Merkel, Bereichsleiterin Angela Wolter und Wildparkleiter Rainer Lehmann. „Ihr Einsatz ist für uns enorm viel wert', sagte Merkel bei seinem Dank an die elf fleißigen Praktikanten. Rund 4000 Euro seien so gespart worden. „Das ist für uns enorm viel Geld', lobte der Dezernent.
Den Einzug der Ouessant-Schafherde in ihre schöne neue Behausung wird der multinationale Bautrupp allerdings nicht mehr miterleben. Bereits heute schlagen die fleißigen Helfer ihr außergewöhnliches Ferienlager bei Luchs und Co. ab und kehren nach Hause zurück. (akri)
Aus der Rheinpfalz.
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Dienstag, 4. August 2009
Als Senior im Baucamp unter dem Ätna
Und wieder stand für mich als „Älterer Freiwilliger“ mit 65 Jahren ein Arbeitseinsatz in einem Baucamp auf Vermittlung des Internationalen Bauordens(IBO) in meinem Jahresprogramm für 2009. Da Italien schon fast meine zweite Heimat ist, ging es erneut in dieses Land: und zwar für 12 Tage vom 14. Juli bis 26. Juli 2009 nach Biancavilla in der Nähe von Catania. Insgesamt habe ich jetzt seit 2005 schon fünf Freiwilligeneinsätze hinter mir.
Das Anwesen „Casa di Maria“ war in etwa 800 Meter Höhe mein Einsatzort und lag etwa 6 km ausserhalb von Biancavilla in malerischer Umgebung von Weinbergen, Obstbäumen und Olivenhainen direkt unter dem Ätna. Dieser mächtige Vulkan war für mich mein ständiger Wegbegleiter. Die Baucamp-Gruppe war im Vergleich zu anderen Einsätzen mit 6 Personen(4 männlich und 2 weiblich) aus Österreich(2), Italien(3) und Deutschland(1) klein und damit überschaubar. Das Durchschnittsalter belief sich auf rund 48 Jahre, wobei der älteste Teilnehmer 68 Jahre alt war. Es war also fast ein „Senioren-Baucamp“. Doch wurden wir von den beiden Söhnen des Baucamp-Leiters Sergio und seinen drei Freunden mit unterstützt, die durch ihre ungezwungene und lockere Jugendlichkeit etwas Frische und Lebendigkeit in die Gruppe brachten. Das hat gut getan!
Sergio hat mit seiner Frau Carmela in den vergangenen Jahren aus einem alten Komplex das hervorragend renovierte Anwesen „Casa di Maria“ fertiggestellt. Es besteht aus einem Wohntrakt, einer modern eingerichteten Küche, einem grossen Speisesaal mit Galerie und drei behindertengerecht ausgebauten Appartements mit jeweils eigener Dusche und WC. Meine Unterkunft zusammen mit anderen drei Freiwilligen war also wirklich ausgezeichnet. Jetzt soll der Komplex für den ländlichen Tourismus genutzt werden. Auch alleinerziehende Frauen mit Kind werden hier eine Bleibe finden. Gedacht ist ferner daran, seniorengerechte Kurse und Aktivitäten anzubieten. Für dies alles wird jetzt ein Angebots-Konzept entwickelt.
Unser Einsatz erfolgte ausschliesslich im Aussenbereich. Bei den sommerlichen sizilianischen Temperaturen von etwa 40 Grad war die Arbeit immer sehr schweisstreibend und anstrengend. Wir errichteten aus schweren Vulkansteinen Stütz-Mauern, fertigten einen langen Sicherheitszaun, zimmerten einen Esstisch aus nicht ganz einfachem Holz, betonierten eine grosse Terasse unter erschwerten Bedingungen, legten eine Treppe aus alten Eisenbahnschwellen an, beschafften und Heizmaterial aus Olivenkern-Trester auf, das wir dann in Säcke füllten und hatten schliesslich vielfältige Aufräum- und Säuberungsarbeiten zu erledigen. Dies alles zielgerichtet zu organisieren war nicht leicht. Die Überlegungen der älteren Fachleute mussten oftmals mit den Vorstellungen des Baucamp-Leiters in Einklang gebracht werden. Ich hatte als deutsch-italienischer Dolmetscher zwischen den beiden Lagern zu vermitteln, was für mich nicht immer leicht war. Das Zusammentreffen von verschiedenen Kulturen ist eben doch eine grosse Herausforderung. Alles in allem waren wir ohne einen geregelten Arbeitsplan durchnittlich 9 bis 10 Stunden beschäftigt. Da tat eine Ruhepause von etwa zwei Stunden nach dem Mittagessen doch sehr gut. Unser Arbeitstag war also von 7.30 Uhr mit dem Frühstück und etwa 21.00 Uhr mit dem Abendessen verhältnismässig lang. Abends waren wir alle froh, in unser Bett steigen zu können. Aufgrund der Höhe kühlte sich die Luft stets angenehm ab und förderte unseren Schlaf. Neue Kraft schöpften wir immer wieder aus den ausgezeichneten, vorwiegend vegetarischen, Mahlzeiten, die Lucia mit Helfern aus dem Familienumfeld aus der modernen Küche zauberte.
Zu unseren gemeinsamen Essen kamen mehrmals neue Bekannte hinzu. Wir waren wirklich eine grosse internationale Gemeinschaft. Sogar lokale Politiker interessierten sich für unsere Arbeit. Ein Tag war schliesslich ausgefüllt mit dem Besuch von kroatischen Ferienkindern. Wahrlich ein tolles Ereignis. Die vielfältigen Ausflüge am Wochende waren dazu angetan, von der Arbeit Abstand zu bekommen. So erkundeten wir in die atemberaubende Landschaft des Ätnas, dann standen Badebesuche auf dem Programm und schliesslich lernten wir die nahegelegene Stadt Catania kennen.
Der 12-tägige Aufenthalt im Baucamp in Biancavilla war für mich erneut eine grosse Bereicherung und gleichzeitig eine neue Herausforderung gewesen. Der Arbeitseinsatz als „Älterer Freiwilliger“ hat mir viel Kraft für meine eigenen zukünftigen europäischen Senioren-Projekte gegeben. Denn wie so oft im Leben, erkennt man erst im Nachhinein, was man mit nach Hause genommen hat: viele Eindrücke und Erlebnisse und viele, viele neue Freunde. Eines ist auf alle Fälle sicher: auch im nächsten Jahr, also in 2010, steht wieder ein „Senioren-Arbeits-Einsatz“ in einem Baucamp auf meinem Programm.
von Dr. Dietmar Eisenhammer
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