Montag, 26. Mai 2008

Zirkusprojekt in Herne


Eine "Piazza" für alle

Für Rainer Deutsch, den Direktor des Circus Schnick-Schnack, geht ein Traum in Erfüllung. Ein Café im Zelt soll künftig, quer durch die Generationen, die Menschen aus der Stadt anlocken.

Das neue Domizil steht schon. Der Circus Schnick-Schnack hat Zeltzuwachs bekommen. Im Moment dient es "nur" als Eingangsbereich für das Hauptzelt. Während der am Mittwoch (21.) beginnenden Zeltwoche können dort die Besucher begrüßt werden. Doch unter den neuen Planen soll mehr entstehen: ein Circus-Cafe. "Als offener Treff für die Menschen unserer Stadt", sagt Circus-Direktor Rainer Deutsch, der so mit vielen fleißigen Helfern eine "Circus-Piazza" erschaffen will.


Circus-Direktor Rainer Deutsch (re)


Ende September soll das Cafe-Zelt offiziell eröffnet werden. Bis dahin wartet noch viel Arbeit. Daher hat sich der Circus Unterstützung gesucht. Zum einen vom Institut für Journalismus und Public Relations der Fachhochschule Gelsenkirchen.

Fünf Studentinnen leisten ihr Praxis-Projekt mit ehrenamtlicher Arbeit für den Circus ab. Noch bis Anfang Juli werden sie den Circus unter anderem bei der Öffentlichkeitsarbeit und der Erstellung des Cafe-Konzeptes unterstützen. "Das Konzept ist uns wichtig, weil wir nicht am Bedarf der Circus-Familie und des Umfeldes vorbeiplanen wollen", erklärt Deutsch.



Der zweite Partner ist der Internationale Bauorden (IBO), der Bau- und Renovierungsarbeiten bei gemeinnützigen Einrichtungen unterstützt (siehe Infokasten). "Ein Projekt mit einem Circus, das ist für uns eine Premiere", sagt IBO-Geschäftsführer Peter Runck. Für seine Kollegin Wiltrud Wiemold ist es daher "ein besonders spannendes Projekt". Vom 31. August bis 13. September werden rund zehn ehrenamtliche IBO-Helfer zwei Circus-Wagen entkernen und anschließend zu Küchen- und Cafe-Wagen ausbauen. Die Helfer sind in der Regel zwischen 20 und 25 Jahre alt, Studenten oder Handwerker. Nach Herne werden Freiwillige aus Russland, Belgien und Deutschland kommen. Darüber hinaus sucht ein Circus-Team nach weiteren Unterstützern, die dem Ausbau des Cafe-Zeltes mit Geld- und Sachspenden oder ehrenamtlicher Arbeit helfen.

Da der Circus Schnick-Schnack Teil der Aktion "Mehrgenerationenhäuser" ist, soll das Cafe auch als Begegnungspunkt für alle Generationen dienen. "Von einem solchen Ort haben wir von Anfang an geträumt, seit elf Jahren", sagt Deutsch. Jetzt wird der Traum wahr. Wichtig ist ihm dabei, dass das Angebot allen Hernern offen steht, nicht nur der Circus-Familie. Und er hofft, dass so der Zeltzuwachs auch für "Familienzuwachs" sorgt.


WAZ, 16.05.2008

Für das Baucamp beim Circus Schnick-Schnack in Herne vom 31.8. bis 13.9. kann man sich noch über info@bauorden.de anmelden.

Dienstag, 20. Mai 2008

Zwischenmeldung zum Rakia Haus in Bela Rechka

Das Baucamp in Bela Rechka, einem kleinen Dorf im Nordwesten Bulgariens mit ungefähr 70 Einwohnern, ist seit Pfingsten in vollem Gange.

Der Altersdurchschnitt der Einwohner im Dorf liegt bei ungefähr 70 Jahren, weil viele junge Menschen in die Städte gezogen sind. Seit einiger Zeit werden aber verschiedene kulturelle Aktivitäten organisiert, das Dorfleben blüht wieder auf. Ein soziales Zentrum und gleichzeitig eine der wenigen Einnahmequellen im Dorf war das Haus, in dem im Herbst Rakia (Schnaps) produziert wurde. Die IBO-Freiwilligen helfen, dieses Haus wieder aufzubauen. Außerdem soll ein traditioneller Ofen für das Backen von Brot, Lamm und Ziegen gebaut werden. Zum Abschluss des Camps findet das Goat Milk Festival statt (24. – 26.05.), ein internationales Festival mit Musik und Workshops.

Hier ein Zwischenbericht von unserem Projektpartner vor Ort:



Hallo Bauorden,

uffa, späte rückmeldung, aber bela rechka ist internetfreie zone und in
varshez war ich nur einmal und das internet cafe war zu.

also : alle angekommen außer dominik, der sehr kurzfristig abgesagt hat, dafür helfen ein paar leute aus dem dorf, ganz nett.

alle anderen sind heute und morgen in sofia, wahrlich verdient, denn sie
haben ziemlich viel gearbeitet, das haus ist neu eingedeckt worden, ein paar balken & latten ersetzt, jetzt müssen noch die kanten gelegt und zementiert werden. wände zum teil neu aufgebaut, zum teil ausgebessert und verputzt.


Das Rakia Haus vor dem Einsatz der Freiwilligen


kasan fast fertig gemauert, muß noch oben fertig betoniert werden. eine bank zwecks sitzen in der sonne gebaut und natürlich eine feuerstelle. das haus wird beim festival sicher ein mittelpunkt, und schon jetzt kommen die leute aus dem dorf und schauen, reden, bringen kuchen, kompott, rakia (gestern abend).

gleichzeitig war ein theater-workshop dort, und zwei der freiwilligen haben am letzten abend - es gab drei performances - dort mitgemacht. Werden sie sicher berichten.

die gruppe ist bemerkenswert nett, alle sehr geduldig (wo bleibt der zement ...) und gut in der zusammenarbeit. ich bin sehr angetan. sehr unterschiedliche charaktere, sehr unterschiedlicher hintergrund, aber alle ganz gut zusammen.

und überhaupt : sonne ! unglaublich gutes wetter !

next news nachdem festival ...

herbert







Montag, 5. Mai 2008

Baucamp im siebenbürger Brenndorf

Freiwillige aus Deutschland, den Niederlanden, Rumänien und Österreich renovierten in den vergangenen zwei Wochen das evangelische Pfarrhaus in Bod (Brenndorf) in Siebenbürgen. Das Pfarrhaus soll als Haus der Begegnung dem Erhalt sächsischen Kulturgutes dienen und fördert das Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen (Rumänen, Deutsche, Ungarn, Roma). Bod ist ein kleines Dorf im Herzen Rumäniens. Von den rund 1800 Einwohnern sind noch 50 Siebenbürger Sachsen.

Vielen Dank an Jürgen für einige Eindrücke von diesem generationsübergreifenden Einsatz:


Von: Jürgen

Gesendet: Montag, 5. Mai 2008 10:23
An:
Internationaler Bauorden
Betreff: Fotos Baucamp Bod in Rumänien



Hallo Bauorden,

anbei ein paar Fotos vom Baucamp in Bod.

Das Baucamp war eine tolle Erfahrung und ich werde nächstes Jahr wieder an mindestens einem Baucamp teilnehmen.

Zur Arbeit: ganz kurz und klar gesagt: "Viel Arbeit aber wenig Zeit"
Es hat sehr viel Spass gemacht mit anderen Nationen für einen guten Zweck
zusammen zu arbeiten. Man lernt nicht nur die Kultur des Landes in dem man
sich aufhält ein bisschen kennen, sonder auch die der anderen Teilnehmer.


Viele Grüße aus Rumänien

Jürgen








Mittwoch, 23. April 2008

Bilder aus Magdeburg








Danke an Petar und Cristy für die Fotos.

Dienstag, 22. April 2008

Einsatz in Magdeburg

Studenten aus aller Welt helfen kostenlos


Geschafft, aber stolz: die Helfer vom Bauorden. Mascha, Joseph, Peter, Bernhard, Julia, Sophie, Iris und Christi inmitten der Mandala-Kinder. Foto Anna Walter

Junge Menschen, die nur gegen Kost und Logis ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen – was für Frank Pardeike wie ein Traum klang, wurde in seiner Kindertagesstätte " Mandala " in der Hegelstraße Wirklichkeit. Mithilfe des " Bauordens " konnte die zweite Etage seiner Einrichtung renoviert werden. Der Bauorden wurde 1953 von Werenfried van Straaten gegründet. Ziel ist es, auf unbürokratische und unmittelbare Weise sozial Benachteiligten oder finanziell Schwachen zu helfen. Das Konzept steht bis heute: Junge Menschen, meist Studenten, stellen sich in ihren Semesterferien in den Dienst von gemeinnützigen Projekten. Dieses Mal war Magdeburg an der Reihe. "Wir sind restlos begeistert von diesen bescheidenen, fleißigen jungen Menschen. Die Arbeit ist sehr professionell. Es ist einmalig", schwärmt Frank Pardeike, der die Kita leitet. Die KiTa gibt es seit 2000 und musste erweitert werden, um auch Hortkinder aufnehmen zu können. Da kam die Hilfe von Mascha, Joseph und Co. aus Niederlande, Rumänien, Russland Österreich usw. gerade recht.


Auf den Bauorden stieß Frank Pardeike über das Internet. Dort hatte dieser noch Projekte gesucht. Gefeiert wurde der Abschluss der 14-tägigen Arbeit gestern mit dem Frühlingsfest der Kinder. ( awa )


Volksstimme, 11.04.2008

Donnerstag, 17. April 2008

Senioren helfen in Wörth

Rüstige Rentner helfen bei Neubau der Charismatiker

Wörth. Seit Montag, 7. April, werkeln neun rüstige Rentner in einem Neubau hinter der ehemaligen Wörther Post am Bahngelände. Es ist ein besonderes Gebäude, denn es wird ein Haus des Gebets und der Begegnung für den gebetskreis der charismatischen Erneuerung sein. Auch die Rentner sind besondere Menschen. Sie haben sich in ihrer Jugend beim Internationalen Bauorden (IBO) engagioert und arbeiten heute noch nach den Grundsätzen dieses Ordens.

Schuften für einen guten Zweck - das wollen die neun Rentner aus allen Teilen Deutschlands und der näheren Umgebung von Wörth. Damit erfüllen sie das Leitbild des IBO. Zusammengetrommelt hat sie Heinz Wack aus Kahl, der die Truppe aus der Bauorden-Zeit in den 1960er Jahren kennt. 2003 haben sie sich getroffen, als der Internationale Bauorden sein 50-jähriges Bestehen feirte. Das gab die Initialzündung für die aktiven Senioren, ihr Rentnerdasein mit ehrenamtlichem Werkeln für eine gute Sache zu bereichern.



Rüstige Rentner: Vor mehr als 40 Jahren beim Internationalen Bauorden aktiv gewesen, werkeln die Helfer zwei Wochen lang unentgeltlich am Innenausbau des Evangelisationshauses in Wörth.




Über einen Bekannten aus Kahl hat Heinz Wack von dem Projekt in Wörth erfahren und sich mit den Helfern in Verbindung gesetzt. Nicht alle konnten sich beteiligen, aber neun Rentner hat er zusammengebracht. Unterstützt werden sie von drei weiteren Helfern, die dem Gebetskreis der charismatischen Erneuerung verbunden sind. Aus Wörth ist Hermann Sponner mit dabei. Der von der Wörtherin Marianne Arbes geleitete Gebetskreis hat einen Verein gegründet, um das Evangelisationshaus Maria und Martha zu bauen und zu betreiben. Denn um die Evangelisationsarbeit zu intensivieren, ist das Raumangebot der Pfarrei zu klein geworden.

In der Größe eines Zweifamilienhauses wird nun ein Gebäude entstehen, das einen Vortrags- und Meditationsraum für siebzig bis 80 Personen bietet. Nur durch Spenden konnte das Vorhaben realisiert werden. Doch gerade für den Innenausbau sind die Mittel knapp. Die tatkräftige Unterstützung der Rentner kam da gerade recht. Unter ihnen sind versierte Handwerker bis hin zum Professor für Hochbau. Auch Frauen helfen mit, wie die Gattin des Professors. Sie ist eine gelernte Erzieherin und ausgesprochen praktisch veranlagt. Beide haben sich in den 60er Jahren beim IBO kennen gelernt. Einige andere der heutigen Rentner-Truppe auch. Schezhaft wurde der Bauorden deshalb damals auch Trauorden genannt.


Fotos: Ruth Weitz

Der Kahler Heinz Wack und Eckhard Musch aus Seligenstadt waren zwar beruflich in der kaufmännischen Ebene tätig, sind aber handwerklich begabt und können vor allen Dingen beherzt anpacken, wenn Bretter geschleppt oder Nägel geklopft werden müssen.

Ende Juni soll das Gebetshaus an der ehemaligen Post eingeweiht werden. Insgesamt zwei Wochen hämmern, schrauben und bohren die Bauorden-Rentner, danach kommen Elektriker und Installateure zum Zug. Die von weit her Angereisten übernachten bei Mitgliedern des Gebetskreises, die übrigen ehrenamtlichen Handwerker aus der näheren Umgebung, aus Michelstadt, dem Kahlgrund oder aus Seligenstadt fahren am Abend wieder nach Hause.

Bewirtet werden die fleißigen Helfer von Marianne Arbes, die ihre kleine Wohnung zum Gastronomiebetrieb umgemodelt hat und nahezu ununterbrochen für das Wohlergehen der Bauhelfer sorgt. Ihr stehen Frauen aus dem Gebetskreis zur Seite, die beim Kochen und Spülen helfen. Aber am Donnerstagabend hat sie was Besonderes geplant. "Da geht's in die Häcke", sagt sie und strahlt wie die Sonne.

Ruth Weitz

Main Echo, 12.04.2008


Donnerstag, 3. April 2008

Chanukka-Fest in Mainz

Kurz vor Weihnachten wurden die Freiwilligen des Internationalen Bauordens aus Worms von der jüdischen Gemeinde Mainz zum Chanukka Fest, auch jüdisches Lichterfest genannt, in Mainz- Finthen eingeladen. Die Freiwilligen hatten vorher bei den Renovierungsarbeiten der jüdischen Trauerhalle in Mainz geholfen.

So fand sich am Sonntag ein bunt gemischtes Grüppchen von Freiwilligen in Worms ein, um in festlicher Kleidung nach Mainz aufzubrechen. Mit dabei waren Liis aus Estland, Mascha aus Russland, Cristi aus Rumänien, Plamen aus Bulgarien, Petar aus Bulgarien, Carla aus Deutschland und natürlich Peter Runck, der Chef des Bauordens.

In Mainz angekommen, wurden alle von der Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Frau Stella Schindler- Siegreich willkommengeheißen und zu einem festlich gedeckten Tisch geführt, auf dem es neben dem 8-armigen Chanukka Leuchter mit je einer Kerze pro Festtag, noch die typischen Dreidel gab. Der Dreidel ist ein vierseitiger Kreisel, auf dessen Seiten je ein hebräischer Buchstabe als Abkürzung für die Wörter Nichts, Ganz; Halb und Stellen steht. Mit diesem Kreisel spielen die Kinder speziell an Chanukka um Nüsse und manchmal auch Münzen.



Und kaum saßen alle Gäste an ihren Tischen, begannen auch schon die Willkommensrede und das Gebet, das sowohl in Russisch, als auch in Deutsch gesprochen wurde. Frau Schindler- Siegreich bedankte sich besonders bei den Freiwilligen des Bauordens und bei Peter Runck für ihre engagierte Arbeit und Hilfe.

Nach dieser kleinen Einleitung des Abends wurde der Chanukka Leuchter entzündet, gemeinsam Lieder gesungen und schließlich das traditionelle Essen serviert.

Nach der Vorspeise gab es die typischen Latkes (Kartoffelpuffer) mit Apfelmus und zum Nachtisch in Öl gebackenes Krapfenartiges Gebäck (Sufganyyot), beides wird traditioneller Weise an Chanukka zubereitet.



So nahm der Abend seinen Lauf und nachdem alle das Essen genossen hatten, wurde eine jüdische Band aus Berlin vorgestellt, die anfing typisch jüdische Folklore zu spielen und alle Gäste zum Tanzen aufforderte. Dieser Einladung kamen die Freiwilligen und auch alle Anderen gerne nach und so hatte sich bald der Mittelpunkt des Festes auf die Tanzfläche verlagert, wo ausgelassen zu den jüdischen Volksliedern getanzt wurde. Eine Gruppe von Schülern aus Frankfurt stellte einen klassischen Chanukka Tanz vor und alle konnten mitmachen und diesen Gemeinschaftstanz lernen. So wurde es immer später und später und der Abend näherte sich seinem Ende. Zum Abschied wurden kleine Chanukkaleuchter für die eigene Wohnung verschenkt und alle fuhren mit dieser schönen Erinnerung nach Hause.


Carla