Die Region Emilia im Norden Italiens war 2012 stark von Erdbeben getroffen. In dem kleinen Ort Burana im Nordwesten der Provinz Ferrara wurden Gebäude zerstört, in denen Priester Don Giorgio Lazzarato und die Comunità di Salvatonica seit einigen Jahren Menschen in Not aufnimmt. Einige der Gebäude, die durch das Erdbeben schwer beschädigt waren, mussten teilweise abgerissen oder umfangreich renoviert werden. Dafür brauchte das Projekt die Hilfe der Freiwilligen. Aus Deutschland waren Stefan (21) aus Moers, Jan (22) aus Waldbronn, Johanna (24) aus Karlsruhe und Adrian (21) aus Göttingen dabei und verstärkten vom 27. Juli bis 10. August ein Helferteam aus Belgien, den Niederlanden und Italien.
Mittwoch, 20. November 2013
Ein Platz zum Leben - Burana (Italien)
Die Region Emilia im Norden Italiens war 2012 stark von Erdbeben getroffen. In dem kleinen Ort Burana im Nordwesten der Provinz Ferrara wurden Gebäude zerstört, in denen Priester Don Giorgio Lazzarato und die Comunità di Salvatonica seit einigen Jahren Menschen in Not aufnimmt. Einige der Gebäude, die durch das Erdbeben schwer beschädigt waren, mussten teilweise abgerissen oder umfangreich renoviert werden. Dafür brauchte das Projekt die Hilfe der Freiwilligen. Aus Deutschland waren Stefan (21) aus Moers, Jan (22) aus Waldbronn, Johanna (24) aus Karlsruhe und Adrian (21) aus Göttingen dabei und verstärkten vom 27. Juli bis 10. August ein Helferteam aus Belgien, den Niederlanden und Italien.
Ein Kinderkrankenhaus auf der Krim - Hilfsprojekt Alupka (Ukraine)
Montag, 19. Dezember 2011
Auf geht's nach Quetzdölsdorf...
Doch der Schein trügt. Im Dorf regt sich etwas. Der im Jahr 2005 von Christine Wenzel und Veit Urban gegründete Verein „Land.Leben.Kunst.Werk e.V“ mit Sitz im Schloss von Quetzdölsdorf wirkt der Landflucht entgegen. Ziel des Vereins ist es, die Kulturlandschaft neu zu beleben, den ländlichen Raum als wertvolles Lebensumfeld wiederzuentdecken und zu gemeinschaftlichem Wirken in der Dorfgemeinschaft anzuregen. (vgl. www.landlebenkunstwerk.de).
Viele Arbeiten wurden bereits vom Verein in Zusammenarbeit mit den Dorfbewohnern durchgeführt. So etwa der Schaugarten vor dem Schloss mit alten, teils vergessenen Gemüsesorten. Oder der Hochseilgarten im Wäldchen, der als Mittel der Abenteuerpädagogik für Jugendliche gebaut wurde. Die Renovierung des Pfarrhauses und der dazugehörigen denkmalgeschützten Pfarrscheune steht momentan im Mittelpunkt. Das Pfarrhaus soll als Wohngemeinschaftshaus, die Pfarrscheune als „Biogartenküche“/ Dorfwerkstatt mit Räumen für Seminare, Übernachtungen und Atelier umgestaltet werden.
Der Internationale Bauorden unterstützte dieses Projekt im Jahr 2011 gleich mit zwei Baucamps. Das zweite Baucamp fand vom 7. bis 20. August statt. Anfangs waren wir sieben deutsche Teilnehmer, später sind noch ein Praktikant, ein FÖJler (Freiwilliges Ökologisches Jahr) und eine Freiwillige aus Russland hinzugekommen. Die Anreise geschah größtenteils mit der Bahn. Unterkunft während des Baucamps war das bereits erwähnte, vom Verein gemietete Schloss, das nur wenige Gehminuten vom Pfarrhaus, unserem Arbeitsort, entfernt war. Frühstück und Abendessen mussten wir uns selbst mit den Mitteln unserer Vorratskammer bereiten, das Mittagessen organisierte der Verein. Um es treffend zu sagen: die Verpflegung war reichlich und tadellos. Die Arbeit im Baucamp war freiwillig ohne Entgelt. Auf der Baustelle standen uns ein Betreuer und ein gelernter Maurer stets mit Rat und Tat zur Seite. Obwohl die Arbeitzeit 40 Wochenstunden betrug, hatten wir doch immer genug Zeit zur freien Verfügung. Mit den vom Verein zur Verfügung gestellten Fahrrädern erkundeten wir die Landschaft, sammelten Zwetschgen und Mirabellen und besuchten den größeren Ort Zörbig. Es war August, das Wetter zeigte sich fast immer von seiner schönsten Seite. Nach der Arbeit konnten wir deshalb in den Steinbruchseen am Quetzer Berg baden gehen. Die Abende verbrachten wir größtenteils am Lagerfeuer und am Wochenende konnten wir sogar einen Tagesausflug nach Leipzig unternehmen.
Während unserer zwei Wochen im Baucamp wurde sowohl im Pfarrhaus und der Pfarrscheune, als auch an dem der Pfarrscheune angeschlossenen Schuppen gearbeitet. Im Pfarrhaus wurden Fenster und Türen vom alten Lack befreit und neu gestrichen. Im Dachgeschoss wurden die Wände mit Lehm verputzt. In der Pfarrscheune hat man die Gefache teils mit Lehm- teils mit Kalkputz erneuert.
Die Haupttätigkeit lag beim Renovieren des Schuppens, der direkt an die Scheune angebaut ist. Früher sollen dort Ziegen, Schweine und eine Kuh gehalten worden sein, später wurde der linke Raum vom Pfarrer als Kohlenlager genutzt. Aufgrund der großen Wandstärke vermutet man, dass Teile des Gemäuers noch auf die Stammburg von Quetzdölsdorf aus der Zeit der Sorben zurückgehen.
Aufgabe war es, das durch Witterung und Alter geschwächte Gefüge des Mauerwerks wieder zu stärken und dem Schuppen ein neues Dach zu geben. Dazu waren folgende Arbeiten notwendig:
- Verräumen von Schutt
- Anmischen von Kalkmörtel
- Verfugen von Bruchsteinmauern
- Mauern mit Bruchsteinen und Ziegelsteinen
- Konstruieren eines Pultdaches
Welche Arbeiten man ausführte konnte sich jeder selbst aussuchen. Jeder machte das was er konnte und man wurde auch nicht zu irgendeiner „schlechten“ Arbeit verdonnert. Der Umgang mit alten Baustoffen wie Lehm, Kalk, Bruchsteinen, das Wiederverwenden alten Baumaterials wie z. B. Ziegel aus einem Abbruch und die alten Bauweisen wie Lehmfachwerk und Bruchsteinmauern gefiel uns allen sehr gut.
Auch der Kontakt zum Projektträger war stets vorhanden, da unsere Unterkunft, das Schloss Quetz, gleichzeitig der Sitz des Vereins ist. Gemeinsame Mittagessen, ein Nachmittag im Klettergarten, die Abende am Lagerfeuer und viele weitere Aktivitäten sorgten für eine heimische Atmosphäre. Die Erwartungen, die wir von unserem Einsatz hatten, wurden bei allen mehr als erfüllt.
Fabian Köppel
Montag, 22. November 2010
Teilnehmertreffen in Dresden
Nachdem alle Teilnehmer das Hans und Sophie Scholl-Haus im Dresdener Vorort Papritz gefunden hatten, begann das Treffen mit einer kurzen Vorstellungsrunde am Freitagabend. Schnell entstand unter den Teilnehmern eine gewisse Verbundenheit durch die gemeinsamen oder doch zumindest ähnlichen Erfahrungen mit dem Bauorden. Es herrschte den ganzen Abend eine angenehm lockere Atmosphäre. Das „Mörder-Spiel“ heiterte das Ganze sehr auf, auch wenn es zu äußerstem Misstrauen gegenüber jeglicher freundlicher Geste zwang.
Noch etwas müde machten wir uns am Samstag nach dem gemeinschaftlichen Frühstück daran, noch produktiver zu werden als am Tag zuvor. In Gruppen überlegten wir uns ein symbolisches „Traumcamp“, und formulierten so unsere Wünsche für ein perfektes Camp. Danach machten wir uns gemeinsam Gedanken darüber, was verbessert werden kann, was nur wenig beeinflussbar ist und was essenziell dafür ist, ein Camp als „gelungen“ bezeichnen zu können.
Um das Ganze etwas aufzulockern, wurde danach eine Schnitzeljagd veranstaltet, bei der wir Gruppenweise nacheinander loszogen und an verschiedenen Stationen rund um das Haus Aufgaben lösten und sowohl mit Spaß als auch Ehrgeiz versuchten, mehr Punkte als die anderen Gruppen zu gewinnen. Später am Tage lauschten wir dem interessanten und emotionalen Vortrag von Agnes Daroczi, die uns von der Problematik der Roma in Ungarn berichtete. Der Bauorden konnte dieses Jahr Romafamilien helfen, die Opfer der Anschlagreihe aus 2009 geworden waren. Am Abend teilte sich die Gruppe, da ein Teil Dresden besuchen wollte, das an diesem Wochenende 20 Jahre Wiedervereinigung feierte. Leider war das Konzert schon zu Ende als wir ankamen, doch dank dem Besuch des Kneipenviertels und anregenden Gesprächen nach unserer Rückkehr wurde es dennoch ein schöner Abschlussabend.
Am Sonntagmorgen stand neben einigen Vorträgen zu Baucamps auch die Wahl der Teilnehmervertretung an, die aber nach den notwendigen Erklärungen zu deren Tätigkeit recht schnell über die Bühne ging. Gewählt wurden Björn Käs und Franziska Fischer, die beide - mit Freude und dem Versprechen, ihr Amt mit Engagement auszuführen - ihre Wahl annahmen.
Es war für mich persönlich eine sehr tolle und interessante Zeit, so viele engagierte Menschen auf einmal kennenzulernen und mit ihnen zusammen zu arbeiten. Wir hatten sehr viel Spaß und haben voneinander und miteinander gelernt. Auch die wichtigen Aspekte wie die Wahl der Vertretung haben wir gut und vor allem gemeinsam abgearbeitet.
Auch wenn das Teilnehmertreffen nicht unmittelbar hilft, ist es doch äußerst wichtig für den Bauorden. Und obwohl wir nicht auf der Baustelle gestanden, kam so eine Konstellation von Freiwilligen dem des Traumcamps doch sehr nahe.
Hoffentlich sehen wir uns im nächsten Jahr wieder!
Jannis Graber